Kuba

Kuba-Flagge

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) fordert den sofortigen Ausschluss Kubas aus dem UN-Menschenrechtsrat. So wie Russland wegen des Überfalls auf die Ukraine seinen Platz im UN-Gremium verloren habe, müsse Kuba folgen.

14 Minderjährige in politischer Gefangenschaft

Zum Internationalen Kindertag am 1. Juni: IGFM fordert Freilassung willkürlich inhaftierter Jugendlicher

Frankfurt am Main/Havanna, 30. Mai 2022 – Verhöre statt Schulunterricht, Hofgang statt Treffen mit Freunden: Anlässlich des Internationalen Kindertags am 1. Juni weist die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) darauf hin, dass sich auf Kuba aktuell mindestens 14 Minderjährige in politischer Gefangenschaft befinden. Sechs warten noch auf ihren Prozess und weitere befinden sich im Hausarrest. Die Jugendlichen erwarten Haftstrafen von bis zu 19 Jahren. Die Mehrheit wurde im Zuge der Juli-Proteste im letzten Jahr verhaftet, ihnen wird Aufwiegelung und Volksverhetzung zur Last gelegt. Die IGFM fordert das kubanische Regime auf, die Minderjährigen sofort freizulassen und willkürliche Verhaftungen zu unterbinden. Die IGFM ist mit einer Sektion auf Kuba vertreten und setzt sich seit Jahren für politische Gefangene auf der Karibikinsel ein. 

„Die Jugendlichen hatten sich gegen die Diktatur und für Freiheit ausgesprochen – damit gelten sie auf Kuba als Gefahr für das Regime. Aus diesem Grund soll an ihnen ein Exempel statuiert werden, um die die nächste Generation einzuschüchtern und auf Spur zu bringen“, erklärt Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM. Im vergangenen Jahr wurden 2.717 Bürgerrechtler auf Kuba verhaftet – seit Januar 2022 bereits wieder 409. Unter den 14 Minderjährigen wurden zum Beispiel Kendry Miranda Cárdenas wegen Volksverhetzung zu 19 Jahren, Rowland Jesús Castillo Castro zu 18 Jahren, Lázaro Noel Urgelles Fajardo zu 14 Jahren und Brandon David Becerra Curbelo zu 13 Jahren Haft verurteilt.

V.l.n.r.: Kendry Miranda Cárdenas, Rowland Jesús Castillo Castro, Lázaro Noel Urgelles Fajardo und Brandon David Becerra Curbelo, die zu Haftstrafen zwischen 19 und 13 Jahren verurteilt wurden. Bild: Cubanet.org

Zwei Jahre Gefängnis, weil er sich für inhaftierten Sohn eingesetzt hat

Wie die IGFM erfahren hat, werden die Eltern der minderjährigen politischen Gefangenen vom kubanischen Regime bedroht und eingeschüchtert, so dass sie das Schicksal ihrer Kinder nicht öffentlich machen. „Wer sich für sein Kind einsetzt, wird in Kuba bestraft“, so die IGFM. Das erfuhr Rolando Castillo –  Vater von Rowland Jesús Castillo Castro, der wegen der Proteste am 11. Juli 2021 verurteilt wurde – am eigenen Leibe. Er hatte sowohl in den sozialen Medien als auch auf der Straße öffentlich die Freilassung seines Sohnes gefordert, der im Alter von 17 Jahren verhaftet worden war. Schließlich wurde Rolando Castillo selbst festgenommen und in einem Eilverfahren ohne Anwalt zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Die IGFM bezeichnet den Prozess als „groben Verstoß gegen die Menschenrechte“ und fordert die sofortige Freilassung des Vaters.

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