38. Jahreshaupt- und Mitgliederversammlung der IGFM


 

Einladung zur 38. Jahreshaupt- und Mitgliederversammlung der IGFM

Wann:   27. und 28. März 2010 
Wo: im Gustav-Streseman-Institut, Langer Grabenweg 68, 53175 Bonn [zur Anfahrt ]
Anmeldung: [zum Anmeldeformular ], [Anmeldeformular als pdf-Datei, 180 kB ]
Programm: [zum Programm ]
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"Universalität der Menschenrechte ? Gleiche Menschenrechte für alle!"






Karl Hafen, Geschäftsführender Vorsitzender, und Katrin Bornmüller, Vorsitzende der IGFM-Deutsche Sektion.

 

Das Tagungszentrum: Gustav-Streseman-Institut in Bonn.

Vorstellung des IGFM-Medienpreises 2009.

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde,

im Namen des Vorstandes lade ich Sie ganz herzlich zur 38. Jahreshaupt- und Mitgliederversammlung am 27./28. März 2010 ein.

Dass wirtschaftlicher Fortschritt und Erfolg nicht zwingend zur Verbesserung der Menschenrechtslage führen, wie uns Wirtschaftspolitiker ständig glauben machen wollen, beweisen uns täglich die Hilferufe verfolgter Menschen z.B. aus der Volksrepublik China oder den islamischen Staaten. Unser Auftrag ist es, dieses Unrecht öffentlich zu machen und den Verfolgten zu helfen. Auch die Vereinten Nationen wussten schon früh um die eigenen Schwächen und hatten einst mit der Menschenrechtskommission ein Gremium zum Schutze der Menschenrechte eingesetzt.

Aus der Menschenrechtskommission wurde aber mehr und mehr eine Interessenvertretung der in diesem Gremium mitarbeitenden Staaten. Das hieß im Falle der VR China beispielsweise, dass deren Diplomaten nicht für den Schutz eintraten, sondern von Versprechungen, vom Kauf von Stimmen bis hin zur Drohung der Verschlechterung wirtschaftlicher Beziehungen alles taten, damit Vorwürfe gegen die VR China nicht auf die Tagesordnung kamen. Die Menschenrechtsverweigerer lähmten die Arbeit der Menschenrechtsverteidiger und so wurde unter hehren Versprechungen die Menschenrechtskommission durch den Menschenrechtsrat ersetzt.

Galt die Mitarbeit in der Menschenrechtskommission für viele Staaten noch als notwendiges Übel, so stellen wir jetzt fest, dass der Menschenrechtsrat sich einer großen Anziehungskraft all jener Staaten erfreut, die die Menschenrechte je nach politischen Ansichten unter Vorbehalt stellen wollen. Und je mehr Staaten sich auf die Seite der Menschenrechtsverletzer und -verweigerer stellen, desto eher können Diktaturen wie China eine Entscheidung herbeiführen, die für alle Staaten Gültigkeit haben.

Im schlimmsten Fall kann die Universalität der Menschenrechte aufgehoben, zumindest schwer beschädigt werden. Die Folge wäre, dass es keinen einheitlichen Maßstab mehr für die Menschenrechte gibt; ein Rückfall in ein neues Mittelalter!

Dieser Fall ist nach Meinung der IGFM eingetreten: Vor zwei Jahren wurde mit der Mehrheit der Stimmen der anwesenden Staaten im Menschenrechtsrat entschieden, dass Menschenrechtsverletzungen, deren Ursachen auf Vorschriften des Islam zurückgeführt werden können, nicht mehr kritisiert werden dürfen. Mehr noch, wer dies trotzdem tue, mache sich des Rassismus schuldig. Das hätte verhindert werden können, wenn die westlich orientierten Staaten den Vorstoß der islamischen Staaten wirklich ernstgenommen hätten!

Die IGFM hat sich z.B. gegen barbarische Strafen eingesetzt, wozu z.B. die Steinigung gehört, und für das Recht auf Religionswechsel. Konsequenterweise wäre jetzt die IGFM selbst ein Rechtsverletzer, weil die IGFM trotz der Entscheidung des Menschenrechtsrates nicht aufhören wird, gegen Steinigung und für Religionswechsel einzutreten und die Hintergründe der Verfolgung zu nennen. Wir werden weiterhin Menschen in Ägypten, Iran, Pakistan und anderswo beistehen und helfen, die für Inanspruchnahme dieses Menschenrechts verfolgt und schwer bestraft werden. Und wir fordern auch von den europäischen Regierungen und Diplomaten, dass sie sich jeder Nichtbehandlung des Themas gründlich widersetzen.

Die Entscheidung des Menschenrechtsrats regiert mitten in Europa und in Deutschland hinein. Darum ist es an der Zeit, dass wir uns einmal grundsätzlich mit dem Thema auseinandersetzen, aber auch mit den Folgen für die IGFM, die weiterhin die Universalität der Menschenrechte und gleiche Menschenrechte für alle verteidigen wird.


Wir freuen uns, dass wir als Referenten für dieses sensible Thema Wei Jingsheng gewinnen konnten, einen der bedeutensten chinesischen Menschenrechtler. Wei  wurde 1996 mit dem Sacharow-Preis des Europäischen Parlaments ausgezeichnet und mehrfach für den Friedensnobelpreis nominiert.

Das Thema ist wichtig für uns alle, jetzt und besonders in der Zukunft, denn der Damm ist durch die Entscheidung des Menschenrechtsrats gebrochen. Wenn wir uns im Laufe der Tagung zu einer Resolution oder einen Appell an die Bundesregierung entschließen, haben sie ein größeres Gewicht, je mehr Teilnehmer den Appell mittragen. Darum, bitte kommen Sie! - Wir haben aber noch andere attraktive Angebote.


 
Der Ablauf im Einzelnen:

 



Freitag, den 26. März 2010

Der Freitag ist in erster Linie Anreisetag. Der IGFM-Empfang ist ab 16 Uhr besetzt. Nähere Infos zu Übernachtung und Verpflegung finden Sie bei der [Anmeldung ]. Wegbeschreibungen finden Sie unter [Anfahrt ].

Nach dem Abendessen um 19 Uhr können sich die Gäste zum Kennenlernen und zum Meinungsaustausch im Restaurant treffen oder am ersten Programmpunkt "Menschenrechte im Iran" teilnehmen.

Während der Jahreshauptversammlung findet ein Seminar "Menschenrechte im Iran" statt. Der eine oder andere aufmerksame Zeitungsleser wird erfahren haben, dass die IGFM zum "Tag der Menschenrechte", dem 10.12.2009, unter der Schirmherrschaft von Bundestagspräsident Norbert Lammert Journalisten für die beste Berichterstattung über die Lage der Menschenrechte im Iran mit dem IGFM-Medienpreis gewürdigt hat.

Iran war und ist eines der Schwerpunktländer der IGFM 2009/2010. Dabei befassen wir uns mit der Presse- und Medienfreiheit, der Lage der ethnischen und religiösen Minderheiten, der Lage der Frau und mit dem Strafsystem im Iran. Durch die Begegnung zwischen Iranern und Exiliranern, aufgeschlossenen Muslimen, Vertretern religiöser Minderheiten und Nichtmuslimen, Experten und interessierten Laien wollen wir eine Aktionsbasis hier in Deutschland aufbauen, das auf Drohungen des unkalkulierbaren iranischen Diktators Ahmadinedschad reagiert und Verfolgten ? politisch Verfolgte, Christen, Baha?i und anderen - zur Seite steht.

Die von der IGFM treuhänderisch verwaltete "Stephanus-Stiftung" wird mit Ihrem diesjährigen Preis für Standhaftigkeit am Freitagabend ab 20:00 Uhr die vietnamesischen Bürgerrechtler Le Thi Cong Nhan und Ngyuyen Van Dai sowie die iranischen Konvertitinnen Maryam Rostampour und Marzieh Amirizadeh Esmaeilabad ehren.




Samstag, den 27. März 2010

Vortrag mit anschließender Diskussion: "Universalität der Menschenrechte ? Gleiche Menschenrechte für alle!"
9.00 Uhr bis 11.30 Uhr, Großer Saal

Im Anschluss Ehrungen, Vorstellung des IGFM-Medienpreises 2009 "Menschenrechte im Iran"


Zeugenanhörung
13.30 Uhr bis 14.30 Uhr , Großer Saal

Die Zeugenberichte sind ein Höhepunkt der Jahreshauptversammlung, denn hier begegnen wir den Menschen, die wir unterstützt haben, die sich dafür bedanken, die aber auch über die Schicksale von Menschen berichten wollen, die auf unsere Hilfe hoffen. Da wir uns bemühen, aktuelle Schicksale vorzustellen, behalten wir uns wegen der nötigen Visa zur Einreise nach Deutschland Änderungen vor. Nach der derzeitigen Planung wird Berta Antunez aus Kuba über die Lage ihres Bruders, des ehem. Politischen Gefangenen Jorge Luis Garcia ?Antunez? sprechen. Wir werden je einen Zeugen aus Ägypten und dem Iran vorstellen, deren Namen wir aus Sorge um deren Leben und Freiheit derzeit noch nicht nennen dürfen.


Arbeitskreise (AK)
15.00 bis 18.30 Uhr, Seminarräume werden vor Ort bekannt gegeben

Die Arbeitskreise sind die Informationsbörse der IGFM. Experten zuhören, fragen, vor allem aber mitdiskutieren, ist das Motto. Die Arbeitskreise sind ein Spiegel der Schwerpunkte in der Öffentlichkeitsarbeit des aktuellen Jahres. In diesem Jahr bieten wir folgende Arbeitskreise an:



AK China

Die chinesische Regierung geht auf ganzer Front gegen Regierungskritiker vor, und sie bedrängt Weltfirmen zur Selbstzensur: Menschenrechte sollen weder genannt, noch Menschenrechtsprobleme diskutiert werden. Das Internethaus Google hat nun die Reißleine gezogen, es will sich nicht länger von der chinesischen Regierung vorführen und sagen lassen, was sie den chinesischen Bürgern zeigen darf oder vorenthalten muss. Auch daran, dass staatlicherseits beauftragte Hacker einen Krieg ohne Kriegserklärung im Internet durchführen, indem sie regierungskritische Seiten aufspüren, beschädigen oder zerstören, inländische und ausländische Firmen ausforschen und geistigen Diebstahl begehen und damit gleich mehrere Menschenrechte systematisch verletzen, will Google nicht mehr hinnehmen. Das führt natürlich zu einer Lücke, die unverantwortliche Geschäftmacher gerne ausfüllen wollen. Wir werden dazu eine Initiative für eine weltweite Aktion vorstellen. Die VR China erfreut sich trotz aller bekannter Verbrechen und trotz des Zwangsarbeitersystems Laogai in Europa zollwirtschaftlicher Vorteile, die nur Entwicklungsländern zustehen. Die IGFM hat dazu einen Appell an die europäischen Regierungen formuliert, der auf breiter Basis vorangetrieben werden soll. Und schließlich wollen wir uns für die Bürgerrechtler einsetzen. Es muss uns gelingen, uns für einen Bürgerrechtler so energisch zu verwenden, dass das Friedensnobelpreiskomitee endlich mal wieder einen Bürgerrechtler würdigt, der sein Leben in den Dienst der Freiheit für mehr als 1 Milliarde Menschen gestellt hat.
Der Arbeitskreis wird geleitet von Vorstandsmitglied Hubert Körper und Peter E. Müller.


AK Kuba

Mehr als 30jährige intensive Fallbetreuung und Berichterstattung über die Castro-Diktatur in Kuba haben Erfolge zu verzeichnen: Seit 2009 hat die IGFM eine Arbeitsgruppe in Kuba. Mit dabei sind die Bürgerrechtler Dr. Ferrer, Antunez und Dr. Manzano, der der Gruppe vorsteht. Die Existenz dieser Gruppe bedeutet nicht, dass es grundlegende Veränderungen in Kuba gibt. Aber die Unterstützung erfolgt, gezielter und persönlich. Berichte aus Kuba kommen nicht mehr über den Filter Miami, sondern unmittelbar von Bürgerrechtlern aus Kuba. Mit ein Grund für diesen kleinen Erfolg ist das Patenschaftsprojekt der IGFM, in dem sich Politiker aller Parteien der Landtage, des Bundestages bis hin zum Europäischen Parlament verpflichtet haben, für ihre Schützlinge nach Kräften einzutreten. Diese neue Situation eröffnet uns neue Möglichkeiten, die wir mit Berta Antunez und mit den Teilnehmern des Arbeitskreises diskutieren wollen.
Den Arbeitskreis leitet Vorstandsmitglied Edgar Lamm.


AK Religionsfreiheit / Verfolgte Christen

Nahezu an jedem Tag wird irgendwo auf der Welt ein Christ wegen seines Glaubens getötet, inhaftiert, gefoltert, verurteilt oder sonstwie schikaniert und benachteiligt. Jeden Monat stellt das IGFM-Referat Religionsfreiheit einen "Gefangenen des Monats" vor und bittet um seine Unterstützung. Aber nicht nur die Länderpalette dieses Referats ist groß, sondern das Referat befasst sich auch mit den theoretischen, praktischen, sozialen, historischen und politischen Hintergründen. Und schließlich werden von ihm Stellungnahmen, Vorträge und Aktionen verlangt. Das ist ohne engagierte Helfer nicht zu schaffen.

Im vergangenen Jahr besuchten fünf Mitglieder den Nordirak, um die Lage in der Ninive-Ebene, einem möglichen Rückzugsraum für Christen im Irak, zu erkunden. Nach Gesprächen mit dem Auswärtigen Amt sollen in diesem Jahr in einem Projekt Taten folgen. Die Türkei, immer und überall über die Zurückhaltung der EU vor einem Beitritt klagend, tut selbst nichts für die Verbesserung der Lage der Christen im eigenen Land; im Gegenteil werden die Räume weiter eingeengt, Chancen, die als positive Zeichen verstanden werden könnten, wie z.B. das Versprechen von der Wiederzulassung der Priesterausbildung für die orthodoxen Kirchen, werden nicht verwirklicht. Der ägyptische Religionsminister Zakzouk zieht durch Deutschland und referiert über das Recht auf Konversion, aber zum Christentum Konvertierte können ihre Personenstandsdaten in Ägypten nicht ändern und ihre Kinder sind automatisch Muslime.

In anderen Ländern wie im Iran oder in Saudi Arabien geht man noch weniger zimperlich mit ihnen um: sie werden hingerichtet. Die Lage der Christen in Pakistan wird immer unerträglicher, wie uns Frau Anna Maria Akthar, die junge Rechtsanwältin, die das Waisenkinderprojekt VOICE betreut, mitteilt. Große Schuld an dieser Entwicklung trägt die "Kairoer Erklärung über die Menschenrechte im Islam", mit der vor 20 Jahren über 50 Außenminister islamischer Länder von der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte abgewichen sind und sie unter den Vorbehalt der Scharia gestellt hatten.

Die Frage, die es zu beantworten gilt ist: Wie helfen wir wirksam? Wo ist Protest, wo Zurückhaltung angebracht? Welche Themen können wir auf dem ökumenischen Kirchentag in München präsentieren? ? Bei der Beantwortung helfen uns ehemalige Verfolgte aus mehreren Ländern.

Den Arbeitskreis leiten der IGFM-Referent für Religionsfreiheit, Walter Flick, und der Sprecher des Arbeitsausschusses Religionsfreiheit/Verfolgte Christen, Günter Peter.


Arbeitskreis Iran

Das am Freitag begonnene Forum über "die Lage der Menschenrechte im Iran" setzt sich in einem eigenen, für alle Interessierten öffentlichen Arbeitskreis fort. Dabei sind zahlreiche Zeugen und Betroffene von Menschenrechtsverletzungen aus der Islamischen Republik. Die Verweigerung von Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Religionsfreiheit und künstlerischer Freiheit sind Gegenstand des vielfältigen Programms. Vertreter von religiösen und ethnischen Minderheiten berichten aus eigener Erfahrung und stellen Aktionsbeispiele zur Diskussion.
Der Arbeitskreis wird geleitet vom Sprecher des Vorstands Martin Lessenthin.


Arbeitskreis Ägypten

Das am Freitag begonnene Forum Ägypten gibt Teilnehmern aus Ägypten, den USA, Deutschland und anderen europäischen Staaten die Gelegenheit, Initiativen für die Überwindung der Menschenrechtsverletzungen in der Arabischen Republik Ägypten zu diskutieren und zu entwickeln. Auf dem Programm stehen aktuelle Ereignisse in Ägypten, Diskussionsrunden über die rechtliche Situation der Betroffenen von Menschenrechtsverletzungen und die Reaktionen von Politik und Medien in Europa. Der Arbeitskreis wird geleitet von Michaela Koller und Gamal Botros.


Arbeitskreis Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit

Nach wie vor verleugnen zahlreiche Linke ihre Vergangenheit als Stasi-Mitarbeiter oder ?Zuträger oder haben sie bis zur Verjährung verschwiegen. Was sich im Landtag Brandenburg tut, ist eine Schande für Deutschland: Nicht nur, dass 20 Jahre nach der Wende die IM-Tätigkeit mehrerer staatstragender Abgeordneter aufgedeckt wurde, sondern dass sie auch ein Gesetz verabschieden wollten, wonach die frühere IM-Tätigkeit nahtlos zur allgemeinen Lebensarbeitszeit gezählt werden soll und damit bei Jubiläen Geldprämien fällig werden. Sie haben ganz offensichtlich die Schwere ihrer Taten immer noch nicht begriffen.

Immerhin hat das Land nun auch endlich eine Landesbeauftragte für das Stasi-Unterlagengesetz, während dieser für alle alten Bundesländer weiterhin fehlt. Auch im Westen saßen Zuträger und Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit in Behörden, in Gerichten, bei der Polizei ? wie der Fall Benno Ohnesorg so spät ans Tageslicht brachte -, besonders aber in den Medien und Zeitungsredaktionen, sogar bei den Wagner-Festspielen; einige auch in den Parteien und sind heute Teilhaber an politischen Entscheidungen. Sie alle beziehen heute großzügige Renten und Pensionen und laufen keine Gefahr, dass ihnen irgendjemand etwas davon wegnehmen kann. Sie laufen noch nicht einmal die Gefahr, dass man von ihnen die Übernahme der moralischen Verantwortung abverlangt.

Das muss ein Ende haben: Wir fordern einen Landesbeauftragten für die alten Bundesländer. Wir sind sicher, er hat genug zu tun. Die IGFM hat dafür Vorarbeiten geleistet und wird ihm helfen. Im vergangenen Jahr haben wir alle Fallakten von Personen, die sich seit der Gründung der IGFM 1972 bis zur Freilassung des letzten politischen Gefangenen 1991 an die IGFM mit der Bitte um Hilfe gewandt hatten, erfasst. Es sind weit über 10.000 Einzelakten mit mehr als 20.000 Personen.

Jetzt haben wir mit der inhaltlichen Aufarbeitung begonnen. Trotz aller Bemühungen haben wir bisher weder eine Universität für die Möglichkeit einer Promotionsarbeit noch eine öffentliche Stelle ? auch nicht die aus Bundesmitteln geförderte Stiftung zur Aufarbeitung des DDR-Unrechts in Berlin - dafür gewinnen können, die IGFM wenigstens einmal zu besuchen und den Aktenbestand in Augenschein zu nehmen und dann zu entscheiden, ob sie der IGFM helfen kann oder dies nicht will. Wir sind aber der Meinung, dass die IGFM ihren Beitrag zur Aufarbeitung aus der Sicht des Westens beitragen kann. Dafür brauchen wir Hilfe. Ihre Hilfe.



Abendveranstaltung: Anhörung der Sektionen

Haben Sie Interesse zu erfahren, was die Sektionen Schweiz, Togo oder die Mitglieder in Kolumbien für die Menschenrechte tun? Nach zwei Jahren tagt wieder der Internationale Rat der IGFM im Anschluss an die Jahreshauptversammlung. Sie wollen Ihnen nach dem Abendessen über ihre Arbeit, Schwerpunkte und Probleme zu berichten.




Sonntag, 28. März 2010

8.00 Uhr - ökumenische Andacht mit katholischen, evangelischen und orthodoxen Geistlichen aus mehreren Ländern unter Leitung von Vorstandsmitglied Prof. Dr. mult. Thomas Schirrmacher


Mitgliederversammlung
9.30 Uhr bis 13.00 Uhr

Die Mitgliederversammlung ist eine offene Veranstaltung, zu der auch Nichtmitglieder herzlich eingeladen sind. Geleitet wird die Sitzung von der Vorsitzenden Katrin Bornmüller. Mitglieder, die ihren Mitgliedsbeitrag für das vergangene Jahr entrichtet haben, haben Stimm- und Rederecht.
Der Geschäftsführende Vorsitzende Karl Hafen gibt in seinem Auszug aus dem Tätigkeitsbericht einen Überblick über Schwerpunkte, Aktionen und Reaktionen im vergangenen Jahr und erläutert den Kassenbericht 2009. Der Sprecher des Vorstands Martin Lessenthin berichtet aus dem Bereich Öffentlichkeitsarbeit, insbesondere über die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Werbefirmen und Künstlern zu komplexen Menschenrechtsthemen wie Organhandel oder Pressefreiheit und andere, deren Plakate internationale Preise eingeholt hatten. Im Anschluss an den Bericht der Kassenprüfer ist Zeit für die Aussprache, Anträge und Ehrenangelegenheiten.
Die Mitgliederversammlung endet mit der Verabschiedung durch Katrin Bornmüller gegen 13 Uhr.



Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde,

das vergangene Jahr war in wirtschaftlicher Hinsicht ein schwieriges Jahr. Die Spendenzurückhaltung infolge des Börsendebakels war zu spüren. Aber wir haben es gemeinsam geschafft. Zwei neue Ansätze zur Gründung von Sektionen in Kuba und Albanien zeigen uns, dass unsere Arbeit wahrgenommen und angenommen wird. Das ist das Verdienst aller, die zur IGFM stehen, als Mitglieder und Freunde, Förderer, Helfer im Hintergrund, als Ratgeber in der Öffentlichkeitsarbeit, der juristischen Beratung, der Fallbetreuung oder der humanitären Hilfe. Vorstand und Mitarbeiter freuen sich, Sie wiederzusehen oder die kennenzulernen, deren Stimme wir nur von Telefon oder deren Schreiben wir aus e-Mails und Briefen kennen. Wir danken jetzt schon für Ihre Teilnahme und hoffen auch in der Zukunft auf Ihre Unterstützung, Ihre Mitarbeit und Ihre Freundschaft und Treue.


Mit freundlichen Grüßen

Ihr
Karl Hafen
Geschäftsführender Vorsitzender



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