"Gefangener des Monats Mai 2008": Christlichem Uiguren droht in China die Todesstrafe


Alimujiang Yimiti, uigurischer Christ in China

 

 

 

 

Dem uigurischen Christen Alimujiang Yimiti (hier mit Sohn) droht in China die Todesstrafe. Bild: China Aid Association (chinaaid.org)

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea haben einen von Hinrichtung bedrohten Christen in der Volksrepublik China als "Gefangenen des Monats Mai 2008" benannt und zur Unterstützung für ihn aufgerufen.

Alimujiang Yimiti, Vater von zwei kleinen Kindern und uigurischer Christ aus der chinesischen Provinz Xinjiang, einer überwiegend von muslimischen Uiguren und anderen Turkvölkern bewohnten autonomen Region im Nordwesten Chinas mit rund 20 Millionen Einwohnern. Vor zehn Jahren trat er dem Christentum bei. Am 12. Januar 2008 wegen "illegaler religiöser Aktivitäten" verhaftet. Nach Angaben seiner Freunde geht es dem treuen chinesischen Staatsbürger nur darum, anderen Menschen seinen christlichen Glauben mitzuteilen. Nach der Verfassung der Provinz Xinjiang ist es Uiguren verboten, sogar die staatlich registrierte Kirche zu besuchen. Uigurische Christen sind deshalb gezwungen, sich in Untergrundgemeinden zu versammeln.

Bei seiner Verhaftung wurde er von chinesischen Sicherheitskräften misshandelt. Während der Hausdurchsuchung beschlagnahmten sie seine Privatdokumente und seinen Computer. Er wurde ins Kashi Staatssicherheitsgefängnis eingeliefert. Kurz darauf erweiterte man die Anklage um angebliche "Subversion gegen die nationale Regierung und Gefährdung der nationalen Sicherheit". Angeblich habe er durch seine Evangelisationsbemühungen Autonomiebestrebungen seiner Volksgruppe der Uiguren unterstützt, Staatsgeheimnisse an das Ausland weitergeleitet und die nationale Sicherheit gefährdet ? ein Kapitalverbrechen, das nach chinesischem Gesetz die Todesstrafe vorsieht. Dafür muss offensichtlich seine Tätigkeit bei der in Xinjang ansässigen britischen Firma "Xinjiang Jiaerhao Foodstuff Company" herhalten, wo er als Projektmanager arbeitete. 2007 wurde die Firma im Rahmen der Enteignungswelle von ausländischen Betrieben in Xinjang, die Christen gehörten, von chinesischen Behörden geschlossen.

Alimujiang Yimiti wurde mitunter Tag und Nacht von der Staatssicherheit verhört. Unter Androhung von strafrechtlichen Konsequenzen wegen "Preisgabe von Staatsgeheimnissen" wurde ihm verboten, über die Verhöre seinem Anwalt zu berichten. Seinem chinesischen Anwalt Liang Xiaojun aus Peking wird oft der Besuch bei seinem Mandanten verweigert.

Die IGFM ruft dazu auf, in Briefen an den chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jinbao und die Justizministerin Wu Aiying auf die verfassungsrechtlich garantierte Religionsfreiheit hinzuweisen und um die umgehende Freilassung des Gefangenen zu bitten.


Adressen:


Ministerpräsident
WEN Jiabao Guojia Zongli
The State Council
PO Box 1741
100017 Beijing
Volksrepublik China
Tel.: 0086-10-66012399
Fax: 0086-1065292345
E-Mail: gazette@mail.gov.cn


Ms Wu Aiying, Minister
Ministry of Justice of PRC
No. 10, Nan Da Jie, Chaoyangmen
100020 Beijing
Tel: 0086-10-65205114
Fax: 0086-10-64729863


Seine Exzellenz
Botschafter Ma Canrong
Botschaft der Volksrepublik China
Märkisches Ufer 54
10179 Berlin
Fax: 030/27588-221
E-Mail: botschaft.china@debitel.net

 

 

 

 

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