Appellvorschlag zum tibetischen Mönch Tenzin Delek Rinpoche


(Briefporto aus Deutschland: 0,75 Euro)

 

Herrn Staatspräsident

Hu Jintao

Guojia Zhuxi

Bejingshi

V.R. China

 

Buddhistischer Mönch: nach unrechtmäßiger Verurteilung kein Kontakt zur Außenwelt

 

Sehr geehrter Herr Staatspräsident,

ich schreibe Ihnen, um Sie auf den Fall des verhafteten buddhistischen Mönchs Tenzin Delek Rinpoche hinzuweisen.

 

Der ehemalige Schüler des Dalai Lama engagierte sich für die Wiederbelebung der tibetischen Kultur. Er genießt neben seiner religiösen Autorität auch hohes Ansehen für sein Engagement zur Förderung von örtlichen Schulen, Waisenhäusern, Klöstern und zur Verbesserung der Straßenverbindungen.

 

Tenzin Delek Rinpoche wurde am 7. April 2002 festgenommen. Man warf ihm vor, in den Jahren 2001 und 2002 an einer Reihe von Bombenattentaten in der Provinz Sichuan beteiligt gewesen zu sein und Flugblätter mit "separatistischem" Inhalt verbreitet zu haben. Tenzin Delek Rinpoche soll in den acht Monaten zwischen seiner Verhaftung und dem Prozessbeginn am 29. November 2002 schwer gefoltert worden sein. Offiziell berief das Gericht die Verteidiger für Tenzin Deleg. Inoffiziellen Quellen zufolge scheint es, dass bei der Urteilsverkündung am 2. Dezember 2002 jedoch kein Verteidiger anwesend war.

 

Über Tenzin Delek Rinpoche wurde ein Todesurteil mit zweijährigem Bewährungsaufschub verhängt. Der Mönch soll daraufhin aufgestanden sein und lauthals den unfairen Prozess angeklagt sowie seine Unschuld beteuert haben, bevor man ihn mit geknebeltem Mund aus dem Gerichtssaal führte.

 

Die Anklage gegen ihn ist nicht haltbar und beruht auf schweren Verfahrensfehlern und Rechtsbeugungen. Auch ein Tonbanddokument vom 18. Januar 2005, auf dem Tenzin Delek Rinpoche selbst aussagt, er werde zu Unrecht beschuldigt und sei völlig schuldlos, denn er habe keine Absicht andere zu verletzen, unterstützt dies. Die lokalen Behörden untersagten Familienangehörigen und anderen Ortsansässigen mit Journalisten über den Fall zu sprechen. Zudem wurden Verhaftungen angedroht, sollten Bilder des Mönchs aushängen.

 

Es freut mich, dass die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am 26. Januar 2005 bestätigen konnte, dass das Todesurteil gegen Tenzin Delek Rinpoche in eine lebenslängliche Haftstrafe umgewandelt wurde.

 

Ich appelliere an Sie, Ihren Einfluss geltend zu machen und unverzüglich eine Überprüfung des Falls Tenzin Delek Rinpoche vorzunehmen und das Verfahren in Übereinstimmung mit internationalen Normen für einen fairen Prozess wieder aufzunehmen. Bitte tragen Sie auch dafür Sorge, dass die für die Verfahrensfehler und Rechtsbeugungen verantwortlichen Behördenvertreter vor Gericht gestellt werden.

 

Hochachtungsvoll

 

 

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