Chinesisches Konsulat versuchte ?Divine Performing Arts? in Frankfurt zu stören
Verbalnote des Generalkonsulats der Volksrepublik China
Das Generalkonsulat der Volksrepublik China hat am 6. Januar 2009 eine Verbalnote an die Hessische Staatskanzlei und das konsularische Corps in Hessen verschickt. Darin warnte es vor der bevorstehenden Aufführung der "Divine Performing Arts" am 21. und 22. Februar 2009 in der Jahrhunderthalle in Frankfurt und forderte dazu auf, "vor dieser Sekte-Bewegung [sic!] sowie deren politischen Absicht wachsam zu bleiben, damit kein falsches Signal dafür ausgesendet wird."
[eine Kopie des Originalschschreibens finden Sie hier ?]
IGFM appelliert an Hessische Staatskanzlei und Frankfurts OB Petra Roth
Die IGFM weist die im Brief des Konsulats erkennbare Behauptung, diese Darbietung sei China-feindlich, zurück. Seit dem Schrecken der Kulturrevolution bestehe die Gefahr, traditionelle Aspekte der chinesischen Kultur zu vergessen bzw. zu verdrängen, und nun solle auch in Deutschland die offizielle chinesische Sicht durchgesetzt werden. Der chinesischsprachige Fernsehsender NTDTV aus Taiwan, der im Brief der Verbreitung angeblich anti-chinesischer Propaganda bezichtigt wird, ist der einzige Brecher der Zensur in der Volksrepublik China. Denn ihm ist es zu verdanken, dass die chinesischen Bürger Dinge erfahren, die von der Regierung verheimlicht werden. Die IGFM ist empört über diese Verbalnote des chinesischen Generalkonsulats und weist diese Art der Einmischung und Bevormundung zurück. Der Anspruch des chinesischen Konsulates, in anderen Staaten darüber zu befinden, welche Veranstaltungen besucht werden dürfen, offenbart ein grundlegendes Misstrauen gegenüber der künstlerischen Freiheit und den Menschenrechten.
Die IGFM hat gegenüber der Hessischen Staatskanzlei unterstrichen, dass es sich bei der Verbalnote um einen Versuch Chinas handelt, eine Kulturveranstaltung in Deutschland zu stören oder zu verhindern, um das Auslegungsmonopol der chinesischen Kunst und Geschichte auch in Deutschland durchzusetzen. Das Ensemble der "Divine Performing Arts"transportiert mit dieser Gala die Sehnsucht vieler Chinesen nach kultureller Identität, die von der KP Chinas seit ihrer Machtübernahme teilweise zerstört, aber auch systematisch instrumentalisiert und verfälscht wurde. Die Künstler versuchen, für die chinesische Kultur zu werben, indem sie durch die Darstellung alter, zum Teil vergessener Legenden mithilfe von Musik, Tanz und Kostümen eine Reise durch das historische China darbieten. Dabei beziehen sie auch die Kulturen anderer in China lebenden Völker, wie die mongolische oder tibetische Kultur, mit ein.
[zum Brief der IGFM an die Hessische Staatskanzlei ]
[zum Brief der IGFM an Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth ]
?Divine Performing Arts? in Frankfurt
?Divine Performing Arts? ist ein Bühnenspektakel, das schon in zahlreichen Städten und Ländern große Erfolge gefeiert hat. Auf dem Bild ist die ausverkaufte Radio City Hall in New York zu sehen. Es zeigt klassische und zeitgenössische chinesische Kultur, aber auch mongolische und tibetische Kultur. Tibet kann hier als wunderschön genossen werden ? nicht als ?rebellierend?, wie es in staatlichen chinesischen Medien dargestellt wird. Deutsche Behörden und die Bürger der Bundesrepublik sollten sich von suggestiven Drohungen von staatlichen Stellen der Volksrepublik nicht einschüchtern lassen.
Weitere Infos zur Veranstaltung unter [www.divineperformingarts.eu ?]
[weitere Infos zu Menschenrechtsverletzungen in der VR China ?]


















