Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter,
es freut mich sehr, dass zahlreiche Menschen heute vor der iranischen Botschaft versammelt sind um das Schicksal von Pastor Youcef Nadarkhani in die Öffentlichkeit zu tragen. Umso bedauernswerter ist es, dass ich selbst nicht dabei sein kann. Mit diesem Grußwort will ich Ihnen aber, die Sie heute hier versammelt sind, meine Anteilnahme und Solidarität bekunden.
Freiheit - Ein Begriff oder eine Bezeichnung für eine Lebensform, wie sie für uns, die wir Teil eines demokratischen Systems sind, nahezu alltäglich ist. Nur wenige von uns wissen, was es heißt, für seine eigene Meinung oder Weltanschauung verfolgt zu werden. An diesem Tag sind jedoch weltweit Menschen auf der Flucht oder in Gefängnissen, weil sie eben für diese Freiheit kämpfen. Ihr Engagement geht oftmals mit schlimmen Konsequenzen einher. Wir alle, die wir unsere Meinung frei äußern können, kommt die Verantwortung zu, auf Missstände überall in der Welt aufmerksam zu machen und stetig für Freiheit und Menschenrechte einzustehen. Dazu gehört, neben dem Recht auf freie Meinungsäußerung auch das universal gültige Menschenrecht auf Religionsfreiheit!
Auch Youcef Nadarkhani sitzt für seine Überzeugung in einem iranischen Gefängnis. Wegen "Abfalls vom islamischen Glauben" und "Verbreitung nichtislamischer Lehre" wurde er zum Tod durch den Strang verurteilt. Er hätte der Todesstrafe entgehen können, wenn er seinem Glauben abgeschworen hätte. Seine Überzeugungen sind jedoch stärker als die staatliche Repression. Das mutige Handeln des Pastors verdient hohen Respekt und Anerkennung. Als Tochter eines Pfarrers geht mir dieser Fall persönlich sehr nahe. Youcef Nadarkhani ist ein Kämpfer für Freiheit und Menschenrechte.
Umso stärker müssen wir vom iranischen Regime seine Freilassung fordern. Das ihm vorgeworfene Verhalten ist kein Verbrechen, sondern die legitime Ausübung der Religionsfreiheit. Allein schon die Festnahme von Youcef Nadarkhani verstößt gegen die geltenden Menschenrechte. Von hier muss ein Signal in die gesamte Welt gehen: Gebt Youcef Nadarkhani frei!
Meine Gedanken sind am heutigen Tage bei allen Menschen, die wie Youcef Nadarkhani für Freiheit und Menschenrechte ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen. Lasst uns alles dafür tun, dass das Schicksal des Pastors aus dem Iran und das vieler andere ein gutes Ende nimmt!
Solidarische Grüße
[Grußwort zur Mahnwache von Tabea Rößner MdB, Bündnis 90/Die Grünen pdf-Format, 63kB ...]