08.03.2006 12:58 Uhr

Kuba: Gebetsverbot für Gefängnisinsassen - verfolgte Hauskirchenbewegung

IGFM: Castro bekämpft Meinungs- und Glaubensfreiheit



Castros berüchtigtes Gefängnis Combinado del Este in Havanna. Foto: PRIMA News

 

Havanna/ Frankfurt am Main (8. Februar 2006) ? Das Wachpersonal in der Haftanstalt Combinado del Este in der Hauptstadt Havanna verbietet Andachten. Der kubanische politische Gefangene Augusto Guerra darf nicht zusammen mit anderen Gefangenen beten. Auch weiteren 14 Gefangenen wurde entgegen früherer Praxis das gemeinsame Gebet untersagt. Dies wurde jetzt der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Frankfurt bekannt.

In einer Anfang März aus dem Gefängnis geschmuggelten Notiz berichtet Augusto Guerra, dass Aufseher eine für mehr als 15 Personen gedachte Andacht kurzfristig verboten haben. Guerra verbüßt im berüchtigten Gefängnis Combinado del Este eine zweijährige Haftstrafe wegen "öffentlicher Regierungskritik".

Die IGFM berichtet weiter über neue Unterdrückungsmaßnahmen gegen die protestantische Hauskirchenbewegung auf Kuba. So wurde am 20. Februar 2006 der evangelikale Kirchenleiter Carlos Lamelas in seinem Haus in Havanna festgenommen. Dem dynamischen Kirchenmann wird die angebliche Unterstützung illegaler Auswanderung aus Kuba vorgeworfen, so die IGFM.

Lamela verweigerte im letzten Jahr ein Treuegelöbnis gegenüber dem Castro-Regime und die staatliche Kontrolle von Kirchenaktivität. Die Menschenrechtsgesellschaft erläutert: "Im September 2005 wurde die Direktive 43 in Kraft gesetzt, nach der sich alle in Kuba tätigen Hauskirchen behördlicher Registrierung und eingehender Überprüfung unterziehen müssen. Trotz staatlicher Drangsalierung bilden sich in jüngster Zeit immer neue Hauskirchen. Schätzungen zur Folge sind in Kuba zur Zeit 10.000 bis 15.000 Hauskirchen mit jeweils 30 bis 200 Mitgliedern in Kuba aktiv. Nicht selten unterstützen deren Mitglieder die kubanische Demokratiebewegung."

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Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte(IGFM) hat ihre Jahrestagung und ihre
Internationale Kuba Konferenz unter das Thema "Meinungs- und Pressefreiheit verteidigen" gestellt.
Vom 5. bis zum 7. Mai 2006 erörtern in Königstein bei Frankfurt zahlreiche internationale Gäste aus Europa, Asien und Übersee die Situation der Meinungsfreiheit und diskutieren Strategien zu Verbesserung der Situation.






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