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Verfolgung der Christen geht weiter - große Solidarität der christlichen Nachbargemeinden gegen Willkürakte der vietnamesischen Behörden
 Das Mannonitenhaus in Saigon nach der Zerstörung
Ho Chi Minh Stadt - Frankfurt/M (20. Juli 2005) Das Wohnhaus des vietnamesischen Bürgerrechtlers und Pastors Nguyen Hong Quang, das gleichzeitig als mennonitische Kirche diente, wurde am 19. Juli 2005 auf Anordnung vietnamesischer Behörden schwer beschädigt, das Taufbecken zerstört. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) vermutet hinter der Abrissaktion ein Racheakt der vietnamesischen Regierung, nachdem Mennoniten Ende Juni in einem Bericht an den US Kongreß die fortgesetzte Verfolgung von Christen in Ho Chi Minh Stadt anhand von 77 Beispielen beschrieben hatten. Pastor Quang wurde im November 2004 als Folge einer Protestaktion gegen zwei Geheimdienstler, die ihn verfolgt hatten, wegen angeblichem Widerstand gegen die Staatsgewalt zu drei Jahren Haft verurteilt, die er in einem weit entfernten Arbeitslager in der zentralvietnamesischen Provinz Daklak absitzt. Frau Quang, die die Geschäfte ihres Mannes in dessen Abwesenheit weiterführt, berichtete der IGFM von einer beispiellosen Solidarität der christlichen Gemeinden.
Am frühen Morgen des 19. Juli 2005 umzingelten 200 vietnamesische Beamte das Gelände um die Kirche der Mennoniten in der südvietnamesischen Metropole Saigon. Familienangehörige, Studenten und Schüler, die sich im Haus von Pastor Nguyen Hong Quang aufhielten, wurden aus dem Haus getrieben. Ihre Gesichter wurden einzeln mit Videokameras und Fotoapparaten aufgenommen. Beamte verfolgten die Abrißaktion per Video. 70 Personen benutzten Vorschlaghämmer und Sägen, um das Gebäude der Mennoniten um eine Länge von acht Metern zu verkürzen. Nach vier Stunden stand Frau Quang weinend und verzweifelt vor einem Haufen von Ziegelsteinen, Eisen- und Holzteilen.
Ursprünglich ging es um vier Meter, die nach Ansicht der vietnamesischen Behörden "illegal" als Leichtbau an das feste zweistöckige Gebäude angebaut worden waren. Während die lokalen Behörden bislang anderen "illegalen" Anbaumaßnahmen in der Nachbarschaft zugeschaut und sie geduldet hatten, wurde Familie Quang deswegen ständig angemahnt. Statt jedoch nur die vier Meter, in dem das Taufbecken stand, abzureißen, kürzten sie den Gottesdienstraum im Erdgeschoß und die Wohnung von Familie Quang darüber um weitere vier Meter und beschädigten das feste Gebäude so schwer, dass das gesamte Haus nun vom Einsturz bedroht ist. Die Mennoniten versammelten sich an jedem Sonntag zum Gottesdienst in diesem Gebäude, auch wenn die Versammlung jede Woche gestört und aufgelöst wurde. Bauarbeiter, die den Abriss durchführten, baten Frau Quang um Verständnis, dass sie von der Regierung angeheuert worden waren.
Während des Abrisses wurde das Mobiltelefon von Frau Quang gesperrt, so dass sie mit anderen Kirchenleitern und mit der Außenwelt nicht kommunizieren konnte. Der Asienreferent der IGFM, Vu Quoc Dung, vermutet, dass die Abrissaktion einer Anordnung der Stadt zuvor kommen wollte. Nach der zur Debatte stehenden Anordnung sollten "illegale" Anbauten anerkannt werden. Dung vermutet auch, dass die Aktion ein Racheakt der vietnamesischen Regierung dafür war, dass die Mennoniten Ende Juni einen Bericht über die Verfolgung ihrer Kirche an den US Kongress geschrieben hatten. In diesem Bericht zählten die Mennoniten 77 Drangsalierungen in den letzten Monaten auf, die auf ihre Mitglieder im Distrikt 2 der Ho Chi Minh Stadt (Saigon) abgezielt waren. Die Mennoniten bezeichneten die Maßnahmen, die sie zur Aufgabe ihres Glaubens zwingen sollten, als subtil, umfassend und systematisch. Sie stellten ferner fest, dass nach der Herausgabe von drei Gesetzestexten zur Regulierung religiöser Aktivitäten in Vietnam, die von manchen westlichen Regierungen als Fortschritt der vietnamesischen Regierung in Bereich der Religionsfreiheit angesehen wurden, ihre Kirchenmitglieder weiterhin verfolgt wurden.
(Der Bericht an den US-Kongreß liegt der IGFM in englischen Fassung vor und kann über die IGFM bezogen werden.)
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