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IGFM: Berufsverbot für missliebige Pädagogen
 Luis Daniel Silva Quintana, Präsident des unabhängigen Lehrerverbandes Colegio de Pedagogos Independientes de Cuba (CPIC). Bild: opositorcubano.blogspot.com
Havanna / Frankfurt am Main (11. September 2009) - Wie gestern bekannt wurde, ließ die kubanische Regierung sechs Mitglieder eines unabhängigen kubanischen Pädagogenverbandes verhaften, als diese sich zu einer Versammlung in Bayamo, der Hauptstadt der Provinz Ganma in Ost-Kuba treffen wollten. Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, hatte Luis Daniel Silva Quintana, der in Bayamo lebende Präsident des unabhängigen Pädagogenverbandes Colegio de Pedagogos Independientes de Cuba (CPIC), zu dem Treffen eingeladen. Luis Silva hatte das Treffen der Lehrer organisiert, die wegen ihres Engagements für ein zivilgesellschaftliches Kuba vom kubanischen Kultusministerium mit Berufsverbot bestraft wurden. Auf dem Treffen sollte die Neustrukturierung des Vereins besprochen werden.
Die CPIC wurde am 13. Juni 1996 von ehemaligen Universitätsprofessoren gegründet. Ihr gehören 300 aktive Mitglieder an, die enge Kontakte zu zivilgesellschaftlichen Gruppierungen auf Kuba wie der Vereinigung unabhängiger Bibliotheken (Bibliotecas Independientes) und der Kulturstiftung "Corriente Martiana" pflegen. "Luis Daniel Silva, Präsident der CPIC, ist ein aktiver Menschenrechtler, der sich bereits seit Jahren für Pressefreiheit und Demokratie auf Kuba engagiert. Im März letzten Jahres wurde er festgenommen und im Polizeigewahrsam misshandelt, weil er dem Herausgeber der unabhängigen Zeitung La Patria Libre half, sich juristisch gegen das Verbot der Zeitung zu wehren", sagt Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM.
Ideologie statt Unterricht - Realität an kubanischen Schulen
Kritikpunkt der unabhängigen Lehrer war auch der neue Lehrplan, der vom kubanischen Kultusministerium vor Kurzem erlassen wurde. Die IGFM kritisiert diesen Lehrplan. "Es handelt sich dabei vielmehr um einen Ideologieunterricht, mit dem Schülern die kommunistische Denkweise eingetrichtert werden solle", erklärt Martin Lessenthin. Damit der "Geist der Revolution" auf Kuba ewig weiterleben könne, sollten die Schüler noch stärker indoktriniert werden. Nach Lehrplan stünden das kommunistische Manifest und die Lehren Stalins auf Kubas bildungspolitischer Agenda ganz oben.
Die CPIC hatte sich bisher zum Lehrplan nicht öffentlich geäußert. Doch allein schon die Tatsache, dass Lehrer sich treffen wollten, um den neuen Lehrplan kritisch unter die Lupe zu nehmen, erfüllte den Bestand einer Straftat im Kuba der Castro-Brüder, die neben der Staatspartei und staatlichen Organisationen kein zivilgesellschaftliches Engagement dulden.
Verhaftet wurden außer des Präsidenten Luis Daniel Silva Quintana die CPIC-Mitglieder Alexis Ramírez, Raúl Rosa, Iván Rafael Núñez und zwei weitere Personen, deren Namen noch nicht bekannt sind.
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