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IGFM: Die chinesischen Zentralregierung greift zu immer drastischeren Maßnahmen, um die tibetische Bevölkerung zum Schweigen zu bringen
 Lhasa im November 2008: Chinesischer Scharfschütze bezog Stellung. Bild: theaustralian.news.com
Lhasa - Frankfurt am Main (3. Dezember 2008) - Wie die in Frankfurt am Main ansässige Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) soeben erfuhr, findet seit Anfang November 2008 in den Gassen der tibetischen Hauptstadt Lhasa eine Militäroperation statt. Schwer bewaffnete chinesische Soldaten kontrollieren jeden Winkel der Altstadt, bereit, jedes Anzeichen von Unruhe im Keim zu ersticken.
"Täglich schwärmen in der Abenddämmerung Hunderte von bewaffneten chinesischen Soldaten aus. Sie richten Wachposten an jeder Straßenecke ein, Einheiten von jeweils sechs Soldaten patrouillieren Tag und Nacht durch die Straßen der tibetischen Viertel der Stadt. Bei Sonnenaufgang findet die Wachablösung statt und zusätzliche Scharfschützen gehen auf den Dächern rings um den Jokhang Tempel in Stellung. Ihre Gewehre sind auf Hunderte von tibetischen Pilgern gerichtet, die betend unter ihnen auf dem Pilgerpfad Barkhor ihre Runden ziehen", so der neuste Bericht aus Tibet.
An der wirtschaftlichen Notlage der Tibeter hat sich nach dem Volksaufstand vom Frühling dieses Jahres nichts geändert. Im Gegenteil: Geschäfte und Cafés sind leer und es ist kaum mehr ein ausländischer Tourist in der Stadt zu sehen.
Einige chinesische Offizielle räumen zwar ein, dass das Bildungswesen in Tibet vernachlässigt wurde, an der Wirtschaftsmisere seien jedoch die aufständischen Tibeter "selbst schuld", so die Erklärung. Die von den tibetischen "Separatisten" und dem Dalai Lama angezettelten Tumulte hätten der Wirtschaft einen verheerenden Schaden zugefügt, der sich seit März auf 320 Millionen Yuan (70 Millionen US-Dollar) belaufen solle.
Bei den von Peking zu "Straftätern" erklärten Personen handelt es sich in Wahrheit um mehrere Hundert Mönche, die durch friedliche Demonstrationen im Frühjahr 2008 die Weltöffentlichkeit auf die rigorose Unterdrückung Tibets durch die chinesische Zentralregierung hinwiesen. Sie machten damit lediglich von ihrem Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch. Wie die IGFM wiederholt berichtete, wurden zahlreiche Tibeter im Anschluss an die Proteste willkürlich inhaftiert, misshandelt und gefoltert, entweder in Schauprozessen oder in Geheimverhandlungen zu hohen Haftstrafen verurteilt. Viele sind nach Verschleppung durch chinesische Sicherheitskräfte bis auf den heutigen Tag unauffindbar.
Sie auch: www.igfm-muenchen.de
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