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Gewalt gegen Christen Einhalt gebieten
Frankfurt/Main (30. September 2005) - Mit dem Fastenmonat Ramadan ist in einigen islamischen Ländern traditionell die Freilassung von Gefangenen verbunden. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) appelliert an die islamischen Länder, als Geste der Versöhnung nicht nur muslimische, sondern auch christliche Gefangene freizulassen. Die IGFM begrüßt ausdrücklich den Friedensbeitrag der US-Armee, die auf Bitten der irakischen Regierung rund tausend irakische Gefangene aus dem Gefängnis Abu Ghraib bei Bagdad zum Beginn des Ramadan entlassen. Im vergangenen Jahr wurden zu Beginn des Ramadan am 16. Oktober 2004 in Bagdad Bombenanschläge auf fünf Kirchen verübt. Auch in anderen islamischen Staaten kam es zu Übergriffen auf Nichtmuslime.
Die IGFM sieht in der Bestimmung des Art. 2.1 (a) der irakischen Verfassung, nach der kein Gesetz dem Islam widersprechen darf, einen schweren Eingriff in die Religionsfreiheit. Ungerechtigkeiten gegenüber Nichtmuslimen, insbesondere aber Konvertiten, seien damit vorprogrammiert. Während der Übertritt zum Islam erwünscht sei, könne der Übertritt eines Moslems beispielsweise zum Christentum zum Todesurteil und zur Vollstreckung führen, wie Beispiele in mehreren islamischen Staaten belegten. Die IGFM regt daher eine Änderung oder Eliminierung dieser Vorschrift vor dem 15. Oktober, dem Tag der geplanten Volksabstimmung über die Verfassung, an.
Saudi Arabien, dessen König Abdullah seit der Machtübernahme im August 2005 verstärkt Wohnquartiere von Christen hat durchsuchen lassen, sollte als Zeichen des guten Willens bei der zum Ende des Ramadan üblichen Amnestie neun indische Christen berücksichtigen, die "wegen verbotener religiöser Aktivitäten" inhaftiert sein sollen.
Aus Anlaß des Ramadan bittet die IGFM dringend den pakistanischen Staatspräsidenten Pervez Musharraf um Intervention für den der angeblichen Blasphemie gegenüber dem Islam angeklagten christlichen Schulleiter Pervaiz Masih, dessen Verfahren sich seit April 2001 hinzieht. Ebenso erinnert die IGFM an den geistig behinderten Shabaz Masih, der im September 2004 zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt wurde, weil er Koranblätter zerrissen haben soll.
In Bangladesch und in Teilen von Indonesien sind nach Meinung der IGFM die Christen besonders gefährdet. Seit dem Sieg einer islamistisch beeinflussten Vier-Parteien-Regierung im Oktober 2001 in Bangladesch verstärkten sich die Aktivitäten radikaler islamischer Gruppierungen, bis hin zu Übergriffen auf von Christen bewohnten Dörfern. Am 29. Juli 2005 sind laut Informationen der Menschenrechtsorganisation zwei christliche Missionare getötet worden.
Auf West-Java, das zu Indonesien gehört, wurden in den letzten fünf Jahren über hundert Kirchen zerstört oder geschlossen, am 1. September 2005 wurden drei Frauen wegen angeblicher Missionierung von muslimischen Kindern zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Auf den zu Indonesien gehörenden Molukken kam es in den vergangenen Jahren immer wieder in den Tagen des Ramadan zu Auseinandersetzungen zwischen Christen und Muslimen. Zwischen 1999 und 2002 kamen hierbei bis zu 13.500 Menschen ums Leben.
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