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Listen mit Namen zu tötender Christen aufgetaucht - IGFM ruft zu internationaler Wachsamkeit auf
Frankfurt/M. (26. Oktober2005) - Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) aus zuverlässiger Quelle erfahren hat, haben fanatische Muslimführer in Ägypten eine Fatwa erlassen, das Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche, Papst Schenuda III, zu ermorden. Schenuda wird vorgeworfen, sich nicht für das angeblich anti-islamisches Theaterstück "Einst war ich blind, doch jetzt kann ich sehen" entschuldigt zu haben. DVDs des bereits vor zwei Jahren in einer Kirche aufgeführten und dann abgesetzten Dramas waren jetzt in Umlauf gebracht und verteilt worden. Während Demonstrationen, die islamische Geistliche am 21. Oktober nach dem Freitagsgebet in Alexandria organisiert hatten, wurden Flugblätter mit dem Mordaufruf gegen Schenuda verteilt.
Es tauchten Listen mit Namen von Christen auf, die ebenfalls getötet werden sollen. Bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten, Kopten und Sicherheitskräften waren am vergangenen Freitag zwei Polizeibeamte und zwei Angreifer getötet sowie mindestens 90 Personen verletzt worden. Eine Nonne wurde niedergestochen und lebensgefährlich verletzt. Ernstzunehmenden Gerüchten zufolge sind in Alexandria weitere gewalttätige Angriffe auf Kopten nach dem Freitagsgebet am 28. Oktober geplant.
Die IGFM weist auf die zunehmende Gefährdung von Christen in den letzten Jahren in Ägypten hin und ruft zu internationaler Wachsamkeit auf. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation häufen sich die Fälle von Entführungen und Zwangsislamisierungen christlicher Mädchen durch fanatische Muslime. Mehrere wegen ihres Glaubenswechsels vom Islam zum Christentum inhaftierte Personen sind der IGFM bekannt. Koptische Christen, die in Ägypten noch etwa 12% der Bevölkerung ausmachen, wandern zunehmend aus. Nicht wenige konvertieren unter dem Druck der Situation zum Islam.
Die IGFM fordert den wiedergewählten Präsidenten Mubarak auf, alles zum Schutz der christlichen Minderheit zu tun und beispielsweise die diskriminierenden Darstellungen von Christen in Schulstudienplänen und Medien zu unterbinden.
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