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IGFM: Systematische Misshandlung politischer Gefangenen gehört zur Praxis

Guantánamo - Frankfurt am Main (19. März 2010) ? Der Gesundheitszustand des im kubanischen Guantánamo inhaftierten politischen Gefangenen Ricardo Galbán Casal hat sich rapide verschlechtert. Als Strafe für seinen Hungerstreik, in den er am 8. März wegen Verweigerung dringend benötigter medizinischer Versorgung getreten war, sperrten ihn Gefängniswärter in eine Isolationszelle. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, dass Casal an einer chronischen Asthma und einem Lungenemphysem leidet und seit November 2009 keine medizinische Versorgung erhält. Die IGFM kritisiert die kubanische Regierung, politische Häftlinge wie Casal durch Trinkwasserverweigerung systematisch zu quälen. Casal ist Aktivist der kubanischen Demokratiebewegung.
Nach Informationen aus Dissidentenkreisen konnte Casals Mutter ihren Sohn am 14. März nach langer Wartezeit im Gefängnis Combinado de Guantánamo besuchen. Ricardo Galbán Casal habe fünf Tage in der Isolationszelle fast ohne Wasser und ohne Licht auf nacktem Boden verbracht. Erst als sich sein Zustand drastisch verschlechterte, brachten ihm die Wärter Wasser, ein Bett, Decken und eine Glühbirne.
Die IGFM sieht enge Parallelen zu dem Fall des Ende Februar 2010 verstorbenen Gefangenen Orlando Zapata Tamayo. "Genauso so wie Ricardo, haben sie Tamayo behandelt; um ihn zu töten, haben sie langsam seine Organe kaputtgehen lassen", so Casals? Mutter. Der Bürgerrechtler Tamayo starb nach einem 86-tägigen Hungerstreik, während dem ihm die Gefängniswärter an insgesamt 18 Tagen Trinkwasser verweigerten. Kurz vor seinem Tod wurde er in eines der besten Krankenhäuser Havannas verlegt. Sein Zustand hatte sich jedoch so stark verschlechtert, dass er an den Folgen der Misshandlungen und Hungerstreiks starb.
Der Bürgerrechtler Casal wurde 2009 wegen Anbringen an öffentlichen Wänden von regimekritischen Slogans "Wechsel" und "Ich kooperiere nicht mit der Regierung" zu drei Jahren Haft verurteilt. Er ist Mitglied der "Kubanischen Jugend für die Demokratie" (Movimiento Cubano Jóvenes Por la Democracia).
Ein weiterer, ähnlicher Fall beschäftigte die IGFM vor kurzem: die drastische Verschlechterung des Gesundheitszustands des inhaftierten Bürgerrechtlers Juan Carlos Herrera Acosta. Acosta verbüsst seit März eine 20jährige Haftstrafe im Gefängnis Provincial de Holguín, wo er in Folge menschenunwürdiger Haftbedingungen und haftbedingter Erkrankungen 20 Kilogramm seines Körpergewichts verloren hat.
Hinweis für die Medien: Menschenrechtler aus Europa, Süd-, Mittel- und Nordamerika treffen sich am 27. März 2010 im Arbeitskreis "Kuba, Venezuela und die Menschenrechte" im Gustav-Stresemann-Institut in Bonn im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM). Der Arbeitskreis "Kuba, Venezuela und die Menschenrechte" beginnt um 15.00 Uhr.
Eine Pressekonferenz zur Menschenrechtslage im Iran beginnt am 26. März 2010 um 11.30, eine Pressekonferenz zur Menschenrechtslage in Ägypten beginnt am selben Tag um 13.00 Uhr, ebenfalls im Gustav-Stresemann-Institut in Bonn.
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