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Christliche Bürgerrechtler fasten für die Menschenrechte
 Der kubanische Arzt und Menschenrechtler, Dr. Oscar Elias Biscet, Castros prominentester politischer Gefangener.
Havanna - Frankfurt am Main (4. März 2010) ? Der seit 2003 in Kuba inhaftierte Arzt Dr. Oscar Elias Biscet, Kubas prominentester politischer Gefangener, und weitere Gewissensgefangene der "Gruppe der 75" haben alle politischen Gefangenen Kubas aufgerufen, in der Zeit vom 12. bis zum 31. März durch Fasten und Gebet der Menschenrechte zu gedenken. Dies berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Frankfurt am Main. Der christliche afrokubanische Menschenrechtsaktivist Dr. Oscar Elias Biscet, verbüßt seit März 2003 wegen angeblichen "Anstiftung zum Ungehorsam", "Respektlosigkeit gegenüber staatlichen Symbolen" und mit dem Vorwurf, "Söldner eines ausländischen Staates" zu sein, eine 25jährige Haftstrafe. Im Gefängnis wurde er immer wieder Opfer brutaler Gewaltanwendung durch Gefängniswärter.
Dr. Oscar Elias Biscet und weitere christliche Gewissensgefangene aus dem berüchtigten Hochsicherheitsgefängnis "Combinado del Este" in Havanna haben zum "Gedenken an die Menschenrechte" aufgerufen. Unterzeichner des Aufrufes sind Julio César Gálvez (15 Jahre Haft), die unabhängigen Journalisten Ricardo González Alfonso (20 Jahren Haft) und Normando Hernandez Gonzalez (wie Biscet zu 25 Jahre Haft verurteilt), Regis Iglesias und Angel Moya. Die inhaftierten Dissidenten wollen mit ihrem Aufruf ein Zeichen der Solidarität unter den politischen Gefangenen setzen und kritisieren "die freiheitsverachtende kubanische Regierung, die immer wieder die Menschenrechte verletzt" scharf.
Der Aufruf richtet sich zwar primär an alle Gewissens- und politischen Gefangenen, aber auch an die demokratische Opposition im Land, an das kubanische Volk und alle zivilen, religiösen und befreundeten Organisationen, wie die IGFM. Vom 12. bis zum 31. März sollen viele Gefangene am Fasten und Bibellesen teilnehmen, und jeder, der die Gefangenen in ihrem Kampf gegen die Ungerechtigkeit unterstützen möchte, ist eingeladen, dies während dieser Zeit zu tun.
Der 18. März, Jahrestag der seit sieben Jahren dauernden Inhaftierung Biscets, soll als zentrales Datum für das Gedenken genutzt werden. Die Fastenzeit soll ein mahnender Appell sein, die Menschenrechte jedes Menschen und die des kubanischen Volks zu respektieren. Gefordert wird zudem die Einstellung der Drangsalierung der Organisation "Damen in Weiß" (Zusammenschluss der Angehörigen der politischen Gefangenen), die Einhaltung der von der kubanischen Regierung unterzeichneten internationalen Menschenrechtsabkommen, wie des Internationalen Pakts über bürgerliche und zivile Rechte (IPBPR), sowie des internationalen Pakts über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (IPWKS).
Dr. Elias Biscet ist einer der bekanntesten kubanischen Dissidenten. Seit den achtziger Jahren ist der Arzt in der kubanischen Menschenrechtsbewegung aktiv. 1999 fand seine erste Inhaftierung statt, wegen Einsatzes für das ungeborene Leben und gegen staatlich verordnete Zwangsabtreibungen wurde er damals zu einer 3jährigen Gefängnisstrafe verurteilt. 2002 kam er nach Haftverbüßung frei, wurde aber bereits im März 2003 erneut verhaftet und im April 2003 wegen seiner Menschenrechtstätigkeit zu einer Haftstrafe von 25 Jahren verurteilt. Dr. Biscet gehört der sogenannten "Gruppe der 75" an - während des sogenannten kubanischen "Schwarzen Fühlings" 2003 wurden 75 kubanische Menschenrechtler, unabhängige Journalisten und Oppositionelle verhaftet und zu hohen Haftstrafen verurteilt.
Biscets Ehefrau Elsa Morejón Hernandez ist in großer Sorge um das Leben ihres Mannes. Im März 2007 rief sie in einem Offenen Brief die internationale Gemeinschaft auf, sich für die Freilassung ihres Mannes einzusetzen. Die IGFM befürchtet, dass er die Haft möglicherweise nicht überlebt. Schon 2004 hatte der Arzt in wenigen Monaten ca. 30 kg Gewicht in der Haft verloren und musste wegen seines Gesundheitszustandes in einem Militärhospital behandelt werden.
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