23.05.2006 15:46 Uhr

Armenien: Abschiebung eines iranischen Konvertiten durch Eriwan muss verhindert werden

IGFM: Iranischem Konvertiten droht Todesstrafe ?

Menschenrechtler erinnern an Fall Abdul Rahman




Eriwan / Teheran / Frankfurt/M. (23. Mai 2006) - Nach Informationen der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) droht dem iranischen Konvertiten Morteza Choughrati die Abschiebung am 10. Juni durch armenische Behörden in den Iran. Der Glaubenswechsel vom Islam zum Christentum wird in der Islamischen Republik Iran mit dem Tod bestraft. Der 38jährige war Leutnant und Ausbilder der Pasdaran, der islamischen "Revolutionären Garden".

Morteza Choughrati trat im Jahr 2003 vom Islam zum Christentum über, wurde mit seiner Familie in Teheran durch einen Baptisten-Pfarrer getauft und deswegen in seinem Heimatland bereits vorübergehend inhaftiert und gefoltert. Eine Rückkehr zum Islam und entsprechende Verpflichtungserklärungen lehnte der Baptist ab. Im Herbst 2003 gelang ihm mit seiner ebenfalls zum Christentum übergetretenen Frau Mariam und einer seiner Töchter, Mahtab, die Ausreise nach Armenien. Zur Familie gehört auch der schon in Armenien geborene Säugling Emmanuel.

Am 19. Mai 2006 wurde ihm der Ausweisungsbeschluss durch die armenischen Behörden mitgeteilt. Wie Choughrati berichtet, wurde die Ausweisung durch die iranische Regierung und seinen eigener Vater betrieben, der Jasmin, die zweite Tochter der konvertierten Familie, als Geisel in der ostiranischen Stadt Neyshapur zurückbehalten hat.

In einer der IGFM vorliegenden Nachricht schreibt Choughrati: "Sie wollen Allahs Befehl vollziehen und uns wegen Apostasie töten!" Die IGFM erinnert daran, dass im Iran aufgrund der Scharia und Anweisungen von Ayatollah Khomeini für Glaubensabfall die Todesstrafe gilt. Mitunter werden Konvertiten von selbsternannten "Vollstreckern" gerichtet, bevor der Staat handelt. So wurde am 22. November 2005 in der nordiranischen Stadt Gonbad-e-Kavus der Pastor und Konvertit Gorban Tori erstochen aufgefunden.

Die IGFM weist darauf hin, dass Armenien entsprechenden Menschenrechtsabkommen beigetreten ist und seit 2001 dem Europarat angehört. Die in Frankfurt ansässige Menschenrechtsgesellschaft appelliert an den armenischen Staatspräsidenten Robert Kotscharjan, die Abschiebung Choughratis zu verhindern. Sie bittet europäische und deutsche Politiker, sich wie im Fall des in Afghanistan von der Todesstrafe bedrohten Konvertiten Abdul Rahman einzusetzen. Eine internationale Aktion könne auch die armenischen Behörden umstimmen.

 

 

 

Für Menschenrechte vor Scharia-Recht offensiv eintreten!
IGFM-Stellungnahme an die deutsche Politik






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