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IGFM: Protestwelle der Tibeter erreicht immer größere Dimensionen ? Chinesische Polizei kann Proteste nicht stoppen
 Das Kloster Drepung am Stadtrand von Lhasa
Lhasa / Frankfurt am Main (14. März 2008) ? Zwei tibetische Mönche haben aus Protest und Verzweiflung versucht, sich am gestrigen Donnerstag das Leben zu nehmen. Sie stachen und schnitten sich aufgrund der bedrückenden Lage und des brutalen Vorgehens der chinesischen Behörden gegen friedlich protestierende Mönche in den Vortagen in Brust, Hände und Handgelenke. Die Mönche schweben noch immer in Lebensgefahr. Auch andere Mönche verletzen sich aus Verzweiflung oder traten aus Protest in Hungerstreik, berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM). Bereits seit dem 10. März befindet sich Tibet im Ausnahmezustand. Laut IGFM hatten Mönche am 49. Jahrestag des Volksaufstandes gegen die chinesische Besatzung demonstriert. Nachdem der friedliche Protest brutal niedergeschlagen worden war, gingen in den folgenden Tagen Hunderte von Tibetern auf die Straße, um für ihre Rechte zu kämpfen.
Die beiden Mönche, die aus Verzweiflung über die Lage in Tibet versuchten, sich das Leben zu nehmen, stammen aus dem Kloster Drepung am Stadtrand von Lhasa. Von hier aus hatten auch die Proteste am Montag, dem 49. Jahrestag des Volksaufstandes gegen die chinesische Besatzung im Jahr 1959 ihren Lauf genommen. Berichten zufolge, fügten sich auch andere Mönche Verletzungen zu. Die Mönche der Klöster Sera, Ganden und Reting traten in Hungerstreik, um Druck auf die chinesischen Behörden auszuüben und die Freilassung festgenommener Mönche zu erreichen. Noch weiten sich die Proteste aus
Während sich die Proteste im ganzen Land weiterhin ausbreiten und an Intensität gewinnen, versuchen die chinesischen Behörden mit mehr Polizeipräsenz dagegen anzugehen. Immer mehr Truppen der paramilitärischen bewaffneten Volkspolizei werden in die Stadt geschickt. Klöster werden umstellt und abgeriegelt, so dass die Mönche sie teilweise nicht mehr verlassen können. Stoppen konnten die bewaffneten Einheiten die Proteste bislang trotzdem nicht. Bei den jüngsten Demonstrationen in der Innenstadt von Lhasa zündeten Teilnehmer der Demonstration Polizeiwagen an. Der Aufstand der Tibeter gegen die chinesische Unterdrückung breitet sich über die tibetischen Landesgrenzen aus. In Dharamsala (Indien) protestierten 100 Exil-Tibeter, sie wurden jedoch von indischen Sicherheitskräften festgenommen. Auch in Kathmandu (Nepal) gingen Exil-Tibeter auf die Straße und auch sie wurden von den örtlichen Behörden festgenommen und teilweise schwer geschlagen und misshandelt. Seit der Besetzung durch die Volksrepublik China 1951 sehen sich die Tibeter Repression ausgesetzt. Vor allem im Zuge der Olympischen Spiele wurden die Restriktionen schärfer. Zur Kontrolle des tibetischen Volkes und insbesondere der tibetischen Religion wurden zahlreiche neue Gesetze erlassen. Trotzdem sind die seit dem 10. März andauernden Proteste die größten seit langem.
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