|
IGFM: Sympathie mit den Damen in Weiß wird von der Castro-Diktatur mit großer Härte bestraft
 Dania Virgen García, kubanische Menschenrechtlerin und unabhängige Journalistin, ins Hochsicherheitsgefängnis Manto Negro gesperrt. Bild: www.daniavirgengarcia.blogspot.com (ihr Blog)
Havanna ? Frankfurt am Main (29. April 2010) ? Die unabhängige Journalistin und Bloggerin, Dania Virgen García, die sich mehrfach an Protesten der "Damen in Weiß" beteiligt und über sie berichtet hatte, wurde am 25. April in einem Schnellverfahren zu einer Haftstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt. Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, war Frau Dania Virgen Garcia am Freitag, den 23. April, ohne Angabe von Gründen verhaftet und zur Polizeiwache in Guanabacoa in Havanna gebracht worden.
In weniger als 48 Stunden wurde sie angeklagt und abgeurteilt. Die in Frankfurt ansässige IGFM sieht darin ein Exempel und eine Warnung an andere Sympathisantinnen der "Damen in Weiß". Diese als Selbsthilfeorganisation gegründete Frauengruppe protestiert seit der Verhaftung ihrer Ehemänner, Brüder und Söhne im Frühjahr 2003 friedlich für deren Freilassung. Alle Versuche des Castro-Regimes, die Frauengruppe zum Schweigen zu bringen, sind bisher gescheitert. Stattdessen genießen die Frauen internationale Anerkennung und einen wachsende Anhängerschaft auf der Karibikinsel. Die IGFM befürchtet, dass immer neue willkürliche Aktionen gegen Unterstützer und Sympathisantinnen der ?Damen in Weiß? stattfinden, um deren friedlichen Protest zu ersticken.
Die Menschenrechtsaktivistin Dania Virgen García hat an Schweigemärschen und Gottesdiensten der "Damen in Weiß" teilgenommen. Auch weitere Frauen, die ihre Unterstützung für die "Damen in Weiß" bekundeten, wurden von der kubanischen Geheimpolizei bedroht und belästigt. Wie die IGFM weiter berichtet, wurde Frau García in das Hochsicherheitsgefängnis Manto Negro überführt, das für die Folterpraxis der Beamten berüchtigt ist. Zahlreiche Frauen waren dort bereits wegen ihrer oppositionellen Haltung gegenüber den Castro-Brüdern inhaftiert.
Seit Monaten wurden die "Damen in Weiß" auf offener Straße immer wieder angegriffen, misshandelt und mit "Vergeltung" bedroht, sollten sie sich nicht den neuen, ihnen auferlegten Restriktionen unterwerfen. In diesen Vorschriften wird von den "Damen in Weiß" gefordert, die Zahl der anwesenden Unterstützerinnen bei ihren Protesten einzuschränken und Teilnahmeverbote für Veranstaltungen der "Damen in Weiß" zu akzeptieren. Zudem wird ihnen verwehrt, Straßen zu benutzen, die "den Revolutionären gehören."
Am vergangenen Sonntag (25.4.2010), wurde den "Damen in Weiß" zum dritten Mal hintereinander verwehrt, ihren gewaltlosen Protestmarsch durchzuführen. Zunächst wurden sechs der Damen nach dem Messebesuch in der Kirche Santa Rita bereits am Ausgang von Polizisten gehindert, ihren Protestmarsch zu beginnen. Kurz darauf wurden sie von einer regimetreuen Menge umzingelt und attackiert. Die Frauen wurden in einen nahe gelegenen Park abgedrängt, wo sie acht Stunden lang eingekesselt blieben. Alles geschah offenkundig unter der Beobachtung und mit Zustimmung der Polizei. Berta Soler, eine der Damen in Weiß, erklärt: "Es gibt kein Gesetz, das uns hindern könnte, auf der Straße zu laufen. Außerdem, wer hat der regierungstreue Menge die Genehmigung erstattet, uns zu beleidigen?"
Sympathie mit den "Damen in Weiß", die unter anderem mit dem Sacharow-Preis des Europäischen Parlaments ausgezeichnet wurden, wird von der Castro-Diktatur mit immer größerer Härte bestraft. Nach Einschätzungen der IGFM versuche das Regime, den wachsenden Protest gegen die Unterdrückung der Meinungsfreiheit und die gesellschaftliche und wirtschaftliche Erstarrung kleinzuhalten. Selbsthilfegruppen, unabhängige Journalisten, Bürgerrechtler und Systemkritiker wie die Damen in Weiß sollen daran gehindert werden, neue Unterstützer zu gewinnen sowie im Ausland nicht mehr wahrgenommen zu werden.
|