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Internationaler Tag der Pressefreiheit am 3. Mai 2008: Keine Presse- und Informationsfreiheit für Journalisten aus Taiwan

Taipeh / Frankfurt / Peking (30. April 2008) - Die Informationsabteilung der Vereinten Nationen verweigert taiwanesischen Journalisten seit 2004 Presseausweise und damit die Akkreditierung für die Weltgesundheitsversammlung (WHA). Der Grund: Taiwan ist auf Druck der Volksrepublik China nicht mehr Mitgliedsstaat der Vereinten Nationen und der Weltgesundheitsorganisation WHO. IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin kritisiert: "Die von der VR China erpresste Ausgrenzung Taiwans kann Tausende von Menschen das Leben kosten und führt dazu, dass bei der WHO, einer Unterorganisation der Vereinten Nationen, Menschenrechte außer Kraft gesetzt werden, an die der gesamte UN-Apparat durch die Allgemeine Menschenrechts-Erklärung gebunden ist."
Der Weltgesundheitsbericht 2007 trägt den Namen "Für eine sichere Zukunft: Sicherheit für globale Gesundheit im 21. Jahrhundert" und betont: die Unerlässlichkeit eines lückenlosen globalen Informationsnetzwerks zum Schutz der Gesundheit der gesamten Weltbevölkerung. Da für Kontakte zwischen der UN und Taiwan aber seit 2005 de facto eine Unbedenklichkeitserklärung Chinas vonnöten ist, wird der Informationsfluss erheblich gestört. So wurde Taiwan im September 2007 erst mit 10-tägiger Verspätung von China über einen von thailändischem Mais verursachten Ruhr-Ausbruch informiert. Dies beweist welche Gefahren eine derartige Ausgrenzung Taiwans birgt. Denn eine Regierung kann nur angemessen Prävention gegen gesundheitliche Risiken betreiben, wenn sie über solche auch ausreichend und zeitnah informiert ist.
Taiwan spielt zentrale Rolle in der Bekämpfung von Geflügelepidemien
Als eines der Hauptopfer der SARS- Epidemie im Jahre 2003 musste Taiwan schmerzlich erfahren, wie eine Lücke im Gesundheitssystem weitreichende, nicht nur gesundheitliche, sondern auch wirtschaftliche Folgen haben kann. Jeden Winter ziehen mehr als eine Million Zugvögel von China und Sibirien nach Taiwan, um dort zu überwintern oder weiterzuziehen. Nach Taiwan erreichen die Vögel Indonesien, Malaysia, Australien oder die Philippinen. Im Falle eines Vogelgrippeausbruchs würde die Ausgrenzung Taiwans vom Informationsfluss die Kontrolle der Krankheit erheblich erschweren und tausende Menschen in Lebensgefahr bringen.
WHO-Generaldirektorin widerspricht sich
Obwohl die WHO-Generaldirektorin Margaret Chan erklärte, dass "die Sicherheit für internationale Gesundheit sowohl ein kollektives Ziel als auch eine Verpflichtung ist" und weiterhin erklärte: "Die neuen Losungen heißen Diplomatie, Kooperation, Transparenz und Einsatzbereitschaft", treffen diese Worte im Umgang mit Taiwan immer noch nicht zu.
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