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IGFM: Chávez beseitigt scheibchenweise die Demokratie
 Antonio Ledezma, sozialdemokratischer Bürgermeister von Caracas. Bild: diarioregion.com
Frankfurt am Main (6. Juli 2009) - Antonio Ledezma, der im November gewählte Bürgermeister der venezolanischen Hauptstadt Caracas, ist am 3. Juli 2009 in den Hungerstreik getreten, berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM). Ledezma protestiert mit dieser Aktion in der venezolanischen Niederlassung der Organisation Amerikanischer Staaten gegen den Abbau der Demokratie in Venezuela durch Präsident Hugo Chávez. Die IGFM kritisiert, das Präsident Chávez die Demokratie in Venezuela scheibchenweise beseitigt und die internationale Gemeinschaft dabei zuschaut. Die IGFM ruft dazu auf, die Aktion Ledezmas nicht nur zur Kenntnis zu nehmen, sondern dem demokratisch gewählten Bürgermeister politischen Rückhalt zu signalisieren.
Der Sozialdemokrat Antonio Ledezma hatte sich bei der Bürgermeisterwahl in Caracas im November 2008 gegen einen Cháveztreuen Kandidaten durchgesetzt. Ungeachtet des Volkswillens, verabschiedete die venezolanische Regierung wenig später ein Dekret, das oberhalb des Bürgermeisteramtes einen übergeordneten "Chef der Stadtregierung" vorsieht. Per Gesetz sind der persönlich von Staatschef Chávez ernannten Regierungschefin ein Großteil der Befugnisse des Bürgermeisteramtes und der Finanzmittel übertragen worden. Bürgermeister Ledezma wurde somit faktisch zu einem Bürgermeister ohne Einfluss und kann nicht einmal mehr seine Angestellten bezahlen. Ähnlich erging es allen anderen siegreichen Oppositionskandidaten der Novemberwahl - auch sie wurden von Staatschef Hugo Chávez de facto ihres Amtes enthoben.
Wie die IGFM berichtet, ist Antonio Ledezma entschlossen, seinen Hungerstreik solange fortzusetzen, bis vier Kernforderungen erfüllt sind: 1. Freigabe der Finanzmittel zur Bezahlung der Mitarbeiter der Stadtverwaltung. 2. Stopp der Aushöhlung der Institution des Bürgermeisters durch die venezolanische Regierung. 3. Einsatz einer hochrangigen Kommission der Organisation Amerikanischer Staaten zur Beobachtung der "kritischen Situation" der venezolanischen Demokratie allgemein und insbesondere der Vorfälle nach den Regionalwahlen 2005. 4. Anerkennung der Tatsache, dass die Handlungen der Regierung die nationale Souveränität verletzen.
"Antonio Ledezma wird bei seinem Hungerstreik von Mitarbeitern der Stadtverwaltung und Oppositionspolitikern begleitet. Durch die aufrüttelnde Aktion, wird der Fokus der Öffentlichkeit auf die systematischen Menschenrechtsverletzungen der venezolanischen Regierung gelenkt", erklärt die IGFM. Im Chávez-Staat werde versucht, oppositionelle Stimmen durch die Schließung von Medien oder durch die Entmachtung gewählter Volksvertreter zum Schweigen zu bringen, um einen gleichgeschalteten Unrechtsstaat zu etablieren.
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