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IGFM: Journalist ohne medizinische Versorgung in Isolationshaft
 Der kubanische Journalist Normando Hernández González (38 J.) - in der Todeszelle lebendig begraben.
Havanna ? Camagüey ? Frankfurt am Main (9. Juni 2008) ? Der schwer kranke politische Gefangene Normando Hernández González wurde ? wie erst jetzt bekannt wurde ? am 9. Mai aus dem Militärkrankenhaus in Havanna zurück nach Camagüey ins Gefängnis Kilo 7 verlegt, berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM). Diese Rückverlegung erfolgte obwohl sich der Zustand von González nicht verbessert hatte. Seitdem befindet er sich isoliert in einer winzigen Zelle, in der bisher die zum Tode Verurteilten auf ihre Erschießung warten mussten. Die IGFM fordert die kubanischen Behörden auf, Normando Hernández González umgehend aus gesundheitlichen Gründen freizulassen und ihm eine angemessene medizinische Versorgung zu ermöglichen.
Wie der IGFM bekannt wurde, wird der kubanische Journalist Normando Hernández González (38 J.) seit seiner Rückführung aus dem Krankenhaus in einer Isolationszelle von 3,75m x 1,40m Größe der Krankenstation des Gefängnisses "Kilo 7" von Camagüey eingesperrt gehalten. Es gibt weder Trinkwasser noch Licht, die Hitze ist unerträglich. "Sie haben ihn lebendig beerdigt", so der Mithäftling Jorge Alberto Liriano Linares. Die Zelle sei bisher als Todeszelle genutzt worden, in der die Verurteilten auf die Vollstreckung des Urteils warten mussten. González wird keine medizinische Versorgung mehr zuteil. Nach seiner Ankunft hat er einen Hungerstreik begonnen.
González hatte die letzten acht Monate im Krankenhaus verbracht. Durch die Folgen einer verschleppten Tuberkulose- und einer anhaltenden Magen-Darm-Infektion, begleitet von Fieber, ist der politische Gefangene stark abgemagert. Obwohl sich sein Zustand nicht verbessert hat, wurde González nun wieder ins Gefängnis verlegt. Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM kritisiert das Verhalten der kubanischen Regierung, und weist darauf hin, dass González? Leben bewusst aufs Spiel gesetzt würde: "Wenn González an den Folgen seiner Krankheit stirbt, dann entspricht das dem Vollstrecken einer extralegalen Todesstrafe mit vorangegangener Folter", kritisierte Lessenthin.
González, Ehrenmitglied der IGFM, wurde im März 2003 verhaftet. Wegen der Ausbildung von unabhängigen Reportern, seiner Artikel auf der Internetseite Cubanet und Interviews mit dem Radiosender Radio Martí wurde er zu 25 Jahren Haft verurteilt. Seine Kommentare seien 2gesellschaftlich gefährlich", so die Begründung. Im Jahr 2007 war González mit der "Dr. Rainer Hildebrandt Medaille" für seinen Einsatz für die Pressefreiheit ausgezeichnet worden. Die Medaille wird jährlich an Menschen verliehen, die sich gewaltfrei für die Menschenrechte einsetzen.
Absichtlich mit Tuberkulose infiziert
Hernández González berichtete Ende 2006 in einer Nachricht aus dem Gefängnis, Militärbeamte aus dem Aufsichtspersonal hätten ihn vorsätzlich mit Tuberkulose infiziert, indem sie Patienten mit offener TBC in seine Zelle verlegten. Auch Mithäftlinge berichten von der unmenschlichen Behandlung des gefangenen Journalisten. "Solche Zusammenlegungen und die systematische Vorenthaltung medizinischer Grundversorgung sind nicht selten. Sie werden von der kubanischen Staatssicherheit bewusst eingesetzt, um die Gefangenen zu tyrannisieren und psychisch zu brechen", erklärte Lessenthin weiter.
IGFM-Patenschaftsprogramm: Hoffnung für kubanische Gefangene
Die IGFM setzt sich bereits seit mehreren Jahren für Normando Hernández González ein. Sie hat ein Patenschaftsprogramm initiiert, um die Freilassung der politischen Gefangenen zu erwirken und ihren Angehörigen beizustehen. Durch die Übernahme politischer Patenschaften unterstützen Abgeordnete des Bundestages, des Europaparlamentes und der Länderparlamente dieses Anliegen. Den Gefangenen wird verdeutlicht, dass sie nicht vergessen sind. Erst im Februar dieses Jahres sind vier politische Gefangene entlassen worden, nachdem sich ihre Paten vehement für sie eingesetzt hatten. Die politischen Paten von Normando Hernández González sind Arnold Vaatz, MdB, Stv. Vorsitzender der CDU/CSU- Bundestagsfraktion, die Europaabgeordnete Doris Pack, MdEP und der brandenburgische Landtagsabgeordnete Dieter Dombrowski, MdL.
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