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Muslime erschossen und enthaupteten einen christlichen Kopten ? Menschenrechtler fordern Gleichstellung von Muslimen und Kopten
 31 Kugeln feuerten die Mörder in Farouk Attallahs Kopf ab. Bild: screenshot, freecopts.net
Assiut ? Frankfurt am Main (05. März 2010) ? Ein Gericht in der ägyptischen Stadt Assiut sprach vergangene Woche vier Muslime frei, die wegen des Mordes am 19. Oktober 2009 an dem 61jährigen Christen Farouk Attallah angeklagt waren. Nach Angaben der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) weigerte sich der Richter, die Aussagen der Belastungszeugen zu berücksichtigen.
Tatmotiv für den Mord an Farouk Henry Attallah war ein Gerücht über eine sexuelle Beziehung zwischen seinem Sohn Romany und einem muslimischen Mädchen, Hagger Hassouna. Nachdem es der Familie des Mädchens nicht gelang, Attallahs geflohenen Sohn Romany ausfindig zu machen, wurde statt seiner der Vater ermordet.
Die Mörder - Mohamad, Ashraf, Osama und Ahmad Hassouna - feuerten 31 Kugeln in den Kopf des Opfers ab, bevor sie ihn auf dem belebten Dorfmarktplatz von Attaleen nahe Dairout, 313 Kilometer südlich von Kairo, enthaupteten. Der Körper des Ermordeten wurde dann, begleitet von Siegesrufen, durch die Straße geschleift.
Die Verhaftung der Täter am 24. Oktober 2009 entfachte gewalttätige Ausschreitungen muslimischer Ägypter gegen die Kopten in Dairout. Läden, Apotheken und Häuser in christlichem Besitz wurden geplündert und angezündet, berichtet die IGFM.
Nach Angaben der IGFM wagte eine Reihe von Augenzeugen nicht, im Mordfall auszusagen ? aus Angst vor Rache der Familie der Täter. Das Gericht berücksichtigte aber auch die Aussagen der Belastungszeugen nicht, die eine Aussage wagten. Zu ihnen gehörte auch ein muslimischer Ägypter, der durch die auf das Opfer abgefeuerten Schüsse verletzt wurde.
In Ägypten sind ca. 10 Prozent der über 70 Millionen Einwohner christliche Kopten. Sie werden von der muslimischen Mehrheit in Gesellschaft, Beruf und kulturellem Leben systematisch diskriminiert. Immer wieder kommt es auch zu gewaltsamen Übergriffen, vereinzelt auch zu Pogromen. Seinen Höhepunkt erreichte die staatliche Hetzkampagne gegen die Kopten nach dem Massaker am orthodoxen Weihnachtsfest am 6. Januar 2010 in Nag Hammadi, wo radikale Muslime sechs Christen erschossen und mehrere Dutzend schwer verletzt hatten. Über 100 Christen aus Nag Hammadi wurden daraufhin ohne Grundangabe von Sicherheitskräften verhaftet - als Druckmittel gegen die Kirche, damit diese ihre Strafanzeigen gegen die Täter zurückzieht.
Hinweis für die Medien: Kopten aus Ägypten, Europa und den USA, darunter Opfer und Zeugen von Menschenrechtsverletzungen, treffen sich am 26./27. März 2010 im Forum Ägypten im Gustav-Stresemann-Institut in Bonn im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM).
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