|
Maria Lourdes Afiuni wird mit Mörderinnen zusammen gefangen gehalten ? IGFM: Präsident Chávez tritt den Rechtsstaat mit Füßen
 Inhaftierte Richterin Maria de Lourdes Afiuni Mora in Lebensgefahr. Bild: canaldenoticia.com
Frankfurt / Caracas (19. April 2010) - Große Sorge macht sich die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) um den Zustand der venezolanischen Richterin und politischen Gefangenen, María Lourdes Afiuni. Wie die in Frankfurt ansässige Menschenrechtsorganisation berichtet, hat Afiuni in einem Telefonat gegenüber ihrer Tochter letzte Woche Todesangst geäußert.
Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM erklärte dazu am heutigen Montagmorgen: "María Lourdes Afiuni wird im Frauengefängnis von Los Teques/Venezuela gemeinsam mit Mörderinnen und Kriminellen gefangen gehalten. Sie ist mehrmals von ihren weiblichen Mitgefangenen zusammengeschlagen worden und wird ständig bedroht."
Die IGFM fordert von Präsident Hugo Chávez die sofortige Freilassung der 46jährigen Richterin. María de Lourdes Afiuni Mora wurde am 10. Dezember 2009 verhaftet, weil sie bei einem Haftprüfungstermin den Regimegegner und Bankier Eligio Cedeño wegen Mangels an Beweisen auf freien Fuß gesetzt hat. Cedeño hatte dies zur Flucht in die USA genutzt. Lessenthin stellt fest: "Richterin Afiuni ist deshalb ins Gefängnis geworfen worden, weil sie den Mut hatte, auf die Gesetze ihres Landes zu hören, statt der Willkür der Chávez-Regierung gefügig zu sein". Vor diesem Hintergrund sei die Anklage gegen sie wegen Korruption, Amtsmissbrauch und der Beihilfe zur Flucht eine Farce.
Richterin wäre nach Chávez' Meinung zu Zeiten Simón Bolívars "erschossen worden"
Auf einen fairen Prozess könne Afiuni nicht hoffen, befürchtet die IGFM. Der Präsident habe in seiner Fernsehsendung "Aló Presidente" bereits "im Namen der Würde des Landes" die Höchststrafe von 30 Jahren Haft für die Richterin gefordert und hinzugefügt, zur Zeit des Befreiers Simón Bolívar wäre sie "erschossen worden". Es gehöre mittlerweile in Venezuela zur Normalität, dass sich Präsident Chávez über das Fernsehen auch als oberster Richter seines Landes aufspiele. "Dies tritt die Gewaltenteilung und jegliche rechtsstaatliche Prinzipien mit Füßen", so Lessenthin.
|