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IGFM: Bürgerrechtler wollten an den Tod von Pedro Luis Boitel erinnern
 Jorge Luis García Pérez 'Antunez' mit Ehefrau Iris Pérez Aguilera werden seit dem 24. Mai nach Festnahme vermisst. Antunez, der 2007 nach 17 Jahren politischer Haft freikam, ist IGFM-Ehrenmitglied. Bild: directorio.org
Frankfurt am Main / Havanna (27. Mai 2009) - Seit dem Abend des 24. Mai werden sieben kubanische Bürgerrechtler vermisst. Sie wollten an einer Protestaktion zum Gedenken an den Bürgerrechtler Pedro Luis Boitel teilnehmen, berichtete Directorio Democrático Cubano der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM). Der Gedenktag wird von den kubanischen Dissidenten jährlich zwischen dem 13. und dem 25. Mai begangen. Damit soll die Erinnerung an den kubanischen Studenten und Gewissensgefangenen wach gehalten werden, der 1972 nach einem 53tägigen Hungerstreik und ohne medizinische Versorgung im Gefängnis verstarb.
Vermisst werden Jorge Luis García Pérez genannt Antúnez, seine Ehefrau und Frauenrechtlerin Iris Pérez Aguilera, Martha Díaz Rondón, Blas Fortún Martínez, Ernesto Mederos Arrozarena, Carlos Cordero Páez und Juan Oriol Verdecia Évora. Die verschwundenen Bürgerrechtler, die seit dem 13. Mai Veranstaltungen zu Ehren Boitels durchgeführt hatten, befanden sich auf dem Weg zum Friedhof "Cementerio Colón" in Havanna, wo sie eine friedliche Kundgebung zum Gedenken an Boitels 37. Todestag abhalten wollten, als sie von Beamten der Staatssicherheit festgenommen wurden. Nach kubanischen Quellen ist ihr Aufenthaltsort seither unbekannt.
Nach Auskunft des unabhängigen Journalisten Carlos Serpa Maceira wurde die Wohnung von Carlos Cordero Paéz im Stadtteil Vedado von Beamten der Staatssicherheit und der Polizei durchsucht. Dort hatten sich die Bürgerrechtler am 24. Mai getroffen, um am nächsten Tag zu ihrer Aktion aufzubrechen. Persönliche Gegenstände, Bücher und Informationsmaterialien, die vom Regime zensiert sind, wurden beschlagnahmt.
Corderos Ehefrau, Martha Crespo Monsón, berichtete in den Morgenstunden des 25. Mai wörtlich, dass die Beamten "mir 15 Jahre (Gefängnis) wegen Hilfeleistungen für die Menschenrechtsaktivisten androhten. Außerdem drohten sie, unsere Wohnung zu beschlagnahmen."
Zu dem Marsch hatte der Menschenrechtsverteidiger und langjährige politische Gefangene Jorge Luis García Pérez 'Antúnez' aufgerufen, Präsident des Vereins "Pedro Luis Boitel" und Ehrenmitglied der IGFM. Der Protest- und Trauerzug sollte von einem Grundstück nahe des Hospital Calixto García starten und an Boitels Grab auf dem Cementerio Colón enden.
"Ich kann bestätigen, dass die kubanische Staatssicherheit Einheiten auf dem Cementerio Colón eingesetzt hat, um zu verhindern, dass die Regimegegner Pedro Luis Boitel Ehre bezeugen. Er gilt als Opfer des kubanischen Politbüros", erklärte der Journalist Carlos Serpa Maceira.
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