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Barbarische Strafen müssen weltweit geächtet werden / Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte startet Kampagne
 In Nigeria zum Tode durch Steinigung verurteilt: Amina Lawal
Frankfurt/M (10. Juli 2002) - Im nigerianischen Bundesstaat Katsina wurde am 23. März 2002 Amina Lawal zum Tod durch Steinigung verurteilt. Derartige Verurteilungen sind weltweit keine Ausnahme. In Gesetzeswerken findet man jegliche Form von unverhältnismäßigen und barbarischen Strafen: Amputationen von Fingern und Händen, Auspeitschen, sogar Kreuzigungen. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) möchte durch ihre Kampagne erreichen, dass barbarische und menschenunwürdige Strafen aus Gesetzbüchern und Köpfen der Menschen verbannt werden.
Steinigungsurteile gibt es nicht nur in Nigeria. In vielen islamischen Staaten, wie z.B. im Iran gehören Amputationsstrafen, Auspeitschen und Kreuzigung zum offiziellen Strafkatalog. Die Zahl der bekannt gewordenen Steinigungsurteile ist im Iran seit der Präsidentenwahl von Khatami (1997) auf 22 gestiegen. Dort wird der Verurteilte gefesselt und dann von seinen Mitbürgern bis zum Todeseintritt mit Steinen beworfen. Martin Lessenthin, Sprecher des IGFM-Vorstands, erklärt dazu: "Wir sind bei unserer Kampagne auf die Einsichtsfähigkeit der islamischen Gesellschaften angewiesen. Wir möchten sie zur Argumentation herausfordern. Menschen, die jubelnd zu einer Steinigung gehen, darf es nicht mehr geben".
Die IGFM ruft jeden Bürger zur Teilnahme auf. Unterschriften sollen dazu beitragen, barbarische Strafen weltweit zu ächten. Die Unterschriften werden nigerianischen Behörden übergeben. Damit soll zuallererst die Steinigung von Amina Lawal abgewendet werden. "Durch Aufklärung wollen wir die Menschen zum Umdenken anregen", so Martin Lessenthin.
Die IGFM hat außerdem einen Appell an den Bundeskanzler und an andere Regierungschefs gerichtet. Wir erachten es für notwendig, dass diese einen Plan zur Umsetzung ausarbeiten: "Die Bundesregierung und Ministerien sollen von den betreffenden Staaten die sofortige und rückwirkende Änderung der Gesetzbücher verlangen. Dank weltweiter Proteste und aktiver Unterstützung von Menschenrechtsorganisationen konnte die ebenfalls in Nigeria zur Steinigung verurteilte Safyia Hussaini bereits gerettet werden".
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