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IGFM appelliert an nigerianische Regierungsvertreter: Islamisches Recht umgehend außer Kraft setzen!
 IGFM-Kampagne gegen barbarische Strafen
Frankfurt/M. (20. November 2002) ? Atiku Abubakar, Vizepräsident von Nigeria, und Chief Dubem Onyia, Staatsminister im nigerianischen Außenministerium nehmen am 21. November in Frankfurt an einer internationalen Konferenz über die Privatisierung des Elektrizitätswesens in Nigeria teil. Die in Frankfurt ansässige Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) appelliert anlässlich des Besuches der beiden Regierungsmitglieder, in den nördlichen Bundesländern Nigerias umgehend die islamische Rechtsprechung außer Kraft zu setzen. Zugleich hat die IGFM die nigerianischen Regierungsvertreter gebeten, am morgigen Donnerstag in Frankfurt 30.000 Unterschriften von deutschen Bürgern entgegenzunehmen, die eine Ächtung der Steinigung und anderer barbarischer Strafen fordern.
"Die barbarische Strafe Steinigung muss weltweit geächtet werden. Sie kombiniert in brutaler Weise die Folter, Entwürdigung und Tötung von Menschen, erklärt Martin Lessenthin, Sprecher des IGFM-Vorstandes. "In den vergangenen Monaten sind im islamischen Norden Nigerias sechs Steinigungsurteile gefällt worden. Täglich können weitere Menschen zum Tod durch Steinigung, zu Amputationsstrafen oder Auspeitschungen verurteilt werden." Die IGFM appelliert daher an den Bundeskanzler, Deutschland solle im Rahmen der Vereinten Nationen für die Ächtung der Steinigung eintreten. Den Appell zur Ächtung der Steinigung haben in kurzer Zeit 30.000 Bürger unterzeichnet. Bis zum Jahreswechsel strebt die IGFM 100.000 Unterschriften an.
Großes Aufsehen hat das Urteil gegen Amina Lawal erregt, die wegen angeblichen Ehebruchs im Januar 2004 gesteinigt werden soll, wenn ihr jüngstes Kind abgestillt ist. Entgegen der bisherigen Aussagen nigerianischer Regierungsvertreter, es werde in Nigeria keine Steinigungen geben, ist bis zum heutigen Tag das Urteil gegen Frau Lawal nicht aufgehoben worden. Lessenthin: "Ankündigungen reichen nicht aus. Auch die von Präsident Obasanjo angekündigte Korrektur der in einigen nigerianischen Bundesstaaten bereits seit zwei Jahren bestehenden islamischen Rechtsprechung ist nicht erfolgt. Das zeigt, dass in Hinblick auf die Scharia-Gerichte Reden und tatsächliches Handeln der nigerianischen Regierung nicht übereinstimmen. Wenn bei den nationalen Parlamentswahlen im kommenden Jahr die islamischen Gruppierungen eine Mehrheit erhalten, ist sogar mit einem weiteren Vordringen der islamischen Rechtsprechung zu rechnen, die bisher von 12 Bundesstaaten im Norden des Landes angewendet wird."
Die IGFM-Sektion Nigeria kämpft für die Aufhebung der Scharia-Gesetze im Norden des Landes sowie für das Leben von Frau Lawal und der weiteren Steinigungsopfer. Die nigerianischen Menschenrechtler bauen darauf, dass die Öffentlichkeit in Europa ihren schweren Kampf gegen die barbarischen Strafen unterstützt und nicht aus den Augen verliert. Die europäischen Sektionen der IGFM arbeiten gemeinsam daran, dass dies nicht geschieht.
In diesem Jahr wurden Steinigungsurteile aus Nigeria, dem Iran, dem Sudan und Pakistan bekannt ? zumeist wurden sie gegen Frauen wegen angeblichen Ehebruchs verhängt. Zuletzt wurden am 25. September im Iran eine Frau und ein Mann zu Tode gesteinigt. Die IGFM hat mit ihren Sektionen eine weltweite Kampagne zur Ächtung der Steinigung gestartet.
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