01.11.2005 12:55 Uhr

Kuba verbietet Feierlichkeiten der tschechischen Botschaft

Einladung zum Nationalfeiertag wird als "kontrarevolutionäre Aktion" verboten




Havanna / Frankfurt/M. (1. November 2005) - Die kubanischen Behörden haben die von der tschechischen Botschaft geplanten Feierlichkeiten zum tschechischen Nationalfeiertag am Freitag den 28. Oktober, verboten. Dies berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM). Zu den Feierlichkeiten, die in einem Hotel in Havanna stattfinden sollten, wollte der tschechische Botschafter auch Angehörige von politischen Gefangenen einladen. Die in Frankfurt ansässige IGFM hatte die EU-Regierungen mehrfach gebeten, ihre Solidarität mit den kubanischen Bürgerrechtlern durch derartige Veranstaltungen zu untermauern und zugleich den Reformwillen der Castro-Regierung auf die Probe zu stellen.

Die Castro-Regierung hat, wie die IGFM mitteilt, wiederholt Maßnahmen ergriffen, wenn Botschaften Angehörige politischer Gefangener zu Veranstaltungen eingeladen wollten. "Die demonstrative Absage einer festlichen Veranstaltung zum tschechischen Nationalfeiertag war jedoch neu und stellt erneut unter Beweis, wie repressiv die kubanische Regierung gegen jegliche Regimekritik vorgeht", erklärte am heutigen Dienstag Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM, in Frankfurt.

Der tschechische Außenminister Cyril Svoboda bezeichnete das Verbot als "eine ernste Angelegenheit" Svoboda forderte eine Verschärfung der Haltung der EU-Länder gegenüber Kuba. Die IGFM unterstützt diese Forderung, da "jede Form von ?Appeasement? den seit 46 Jahren amtierenden Diktator Castro nur in seinem Tun bestärkt, während die Gefangenen ohne internationale Unterstützung in ihrem Kampf für ein freies Kuba bleiben", so Lessenthin.

Die IGFM fordert die EU-Staaten dazu auf, das Verbot als "aggressiven Akt gegen die Meinungsfreiheit" zu verurteilen und die diplomatischen Maßnahmen gegen Kuba zu verschärfen.






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