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IGFM: Ärzte in Camagüey befürchten den Tod – Orlando Zapata Tamayo nach Havanna ins Nationale Krankenhaus überführt
 Orlando Zapata Tamayo, seit 2003 auf Kuba in Haft, ringt mit dem Tod. Bild: screenshot
Camagüey - Frankfurt am Main (17. Februar 2010) – Der kubanische politische Gefangene Orlando Zapata Tamayo wurde aufgrund seines äußerst kritischen Gesundheitszustandes am 16. Februar 2010 aus dem Amalia Simoni Hospital von Camagüey in das Nationale Krankenhaus von Havanna transportiert. Tamayo befindet sich seit 76 Tagen im Hungerstreik aus Protest gegen Schläge und Misshandlungen durch das Gefängnispersonal, berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM).
Die Überführung von Orlando Zapata Tamayo nach Havanna wurde von den Ärzten des Amalia Simoni Krankenhauses angeordnet, da sie ihm vor Ort nicht mehr helfen konnten. Wie seine Mutter, Tamayo Danger, berichtet, hat sich sein Zustand in den letzten Tagen rapide verschlechtert. Abgesehen von seinem kritischen Allgemeinzustand leidet er an Schwellungen, sehr niedrigen Hämoglobinwerten, instabilen Blutzuckerwerten und Übelkeit. Als er in den Krankenwagen verladen wurde, trug er eine Sauerstoffmaske, so die IGFM.
Während seines gesamten Krankenhausaufenthalts wurde Zapata Tamayo von Beamten der Staatssicherheit bewacht. Seiner Mutter sowie den Mitgliedern der kubanischen IGFM-Gruppe und des Rates der Menschenrechtsberichterstatter wurde der Kontakt zu dem Hungerstreikenden wiederholt verweigert. Frau Tamayo Danger wurde sogar verboten, ihren Sohn auf dem Krankentransport in das über 550 Kilometer entfernte Havanna zu begleiten, berichtet die IGFM.
Landesweite Solidarität
Laut IGFM hat der Hungerstreik in verschiedenen Teilen Kubas zu Solidaritätsbekundungen und Demonstrationen der Anhänger der Demokratiebewegung geführt. Im Dezember 2009 organisierten Mitglieder der "Bewegung für zivilen Widerstand und bürgerlichen Ungehorsam" und der kubanischen IGFM eine Sitz-Kette, um der Forderung nach Tamayos Freilassung Nachdruck zu verleihen. Eine Solidaritäts-Nachtwache am 5. Februar dieses Jahres wurde von der Staatsgewalt mit brachialer Gewalt aufgelöst, zwei Menschenrechtler – Rolando Rodriguez Lobaina und Virgilio Mantilla Arango – wurden festgenommen.
Orlando Zapata Tamayo (geb. am 17.05.1967) ist Gründer und Mitglied der Carlos Manuel de Céspedes Freiheitsbewegung in Las Tunas und war am Varela-Projekt (Unterschriftensammlung für ein Referendum für Demokratisierung der kubanischen Verfassung) aktiv beteiligt. Im März 2003 wurde er während des kubanischen "Schwarzen Frühlings" verhaftet und zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt.
Seine Mutter Tamayo Danger ruft ihre Mitbürger zu weiteren friedlichen Solidaritätsbekundungen auf: "Mein Sohn ist kurz davor, sein Leben im Kampf um Demokratie und Freiheit für das kubanische Volk zu verlieren. […] Ich bitte um die Solidarität unserer kubanischen Mitbürger."
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