29.08.2006 10:00 Uhr

Kuba: Hungerstreikender Journalist darf jetzt Besuch empfangen

Völlige Isolierung erstmals aufgehoben ? IGFM sieht Erfolg von internationaler Kampagne



Journalist Guillermo Fariñas: Hungerstreik für freien Internetzugang auf Kuba. Foto: CTK, agendacuba.org

Protestaktion kubanischer Bürgerrechtler und der IGFM vor der kubanischen Botschaft. Berlin, 2006


Frankfurt/M. ? Santa Clara (29. August 2006) ? Dr. Guillermo Fariñas Hernández, der diesjährige Träger des Menschenrechtspreises der Stadt Weimar, darf ab sofort im Krankenhaus Besuch empfangen, berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Frankfurt. Der Bürgerrechtler und unabhängige Journalist wurde am Montag, den 21. August 2006 in ein anderes Hospitalzimmer verlegt. Der seit seinem Hungerstreik für die freie Nutzung des Internets bekannteste kubanische Journalist, kämpft seit elf Jahren friedlich für die Meinungsfreiheit auf Kuba.

Nach Auskunft seiner Mutter, Alicia Hernández, darf Fariñas jetzt im Hospital ?Arnaldo Milián Castro? in Santa Clara wöchentlich viermal Besuch empfangen. Die Besucher können, durch eine Glasscheibe getrennt, mit ihm sprechen. Fariñas Isolation ist damit gelockert. Er befindet sich mit zwei weiteren Patienten in dem bewachten Krankenzimmer. ?Das Zimmer ist nicht gerade das was er haben wollte, aber ausreichend um eine für ihn lebenswichtige Voraussetzung zu erfüllen?, teilte seine Mutter mit. Fariñas hatte, nachdem man sich beharrlich geweigert hatte ihn in ein anderes Zimmer zu verlegen, das Krankenhauspersonal aufgefordert lebenswichtige Schläuche zu entfernen.

Gesundheitszustand weiterhin sehr schlecht

Der 43 Jahre alte Doktor der Psychologie, Gründer und Direktor der unabhängigen Presseagentur Cubanacán Press, hatte am 31. Januar 2006 einen Hungerstreik begonnen, um einen freien Zugang zum Internet zu erhalten. Seit 1995 ist der Dissident bereits 20 mal in einen Hungerstreik getreten.

Seine Mutter, Alicia Hernández, berichtet, dass sein Gesundheitszustand weiterhin sehr empfindlich ist und sein Organismus sich, aufgrund des langen Hungerns, in einem sehr schwachen Zustand befindet. Wegen der auftretenden Komplikationen versuchen jetzt, die Familie und das Krankenhauspersonal, Fariñas zu überreden das Hungern, zu beenden.

Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM, ?begrüßt die Verlegung von Fariñas. Er sieht in der Möglichkeit Besucher zu empfangen einen Erfolg der weltweiten Aktionen zur Unterstützung des Bürgerrechtlers. Erstmals konnte die kubanische Regierung dazu bewegt werden, die totale Isolation des Bürgerrechtlers zu lockern?.






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