26.08.2004 12:00 Uhr

Kuba: Gefangener Journalist völlig isoliert

Der freie Journalist Normando Hernández Gonzáles wurde seit dem 12. Mai 2004 von seiner Familie nicht mehr gesehen



Im Gefängnis misshandelt: Der freie kubanische Journalist, Normando Hernández Gonzáles

 

Frankfurt/M. (26. August 2004) - Der Familie des Journalisten Normando Hernández González wurde von der Gefängnisverwaltung verboten, den politischen Gefangenen zu besuchen. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, dass seit Mitte Mai jegliches Lebenszeichen des zu 25 Jahren Haft verurteilten Journalisten fehlt. Dem Gefangenen sei jegliche medizinische Versorgung verweigert worden. Die in Frankfurt ansässige Menschenrechtsgesellschaft fordert Informationen über den Verbleib des Gefangenen und die sofortige Aufhebung der Kontaktsperre.

Normando Hernández González
, Direktor der unabhängigen Nachrichtenagentur "Colegio de Periodistas Independientes de Camagüey" befindet sich seit dem 19. März 2003 in kubanischer Gefangenschaft. Auf Grund seiner Beteiligung an einem Hungerstreik wurde der freie Journalist im Verlauf seiner Haftstrafe in die Haftanstalt "Kilo 5 ½" (Provinz Pinar el Rio, Westkuba) überführt, wo er sich vermutlich noch immer befindet. Wie die IGFM bereits berichtete, wird er dort kontinuierlich misshandelt.

Anfang Mai 2004 wurde Normando Hernández González, nachdem Sicherheitsbeamte des Gefängnisses ihn mißhandelt hatten, in eine Sonderbestrafungszelle verlegt und völlig isoliert. Die Gefängnisverwaltung verweigert ihm Besuche seiner Familie. Die IGFM berichtet, dass er seit dem 12. Mai 2004 von keinem Mitglied seiner Familie gesehen wurde.

Schon vor seiner Verlegung in die Sonderbestrafungszelle befand sich Normando Hernández González in einem überaus schlechten gesundheitlichen Zustand. Die letzte Information über den Verbleib des Journalisten erhielt seine Familie im Mai. Frauen, die ihre Ehemänner im Gefängnis besucht hatten, berichteten, dass sie Normando mit glasigen Augen in einem zusammengebrochenen Bett gesehen hatten.

Die IGFM berichtet weiter, dass die Gefangenen José Daniel Ferrer García, Diosdado González Marrero und Leonel Grave de Peralta , ebenfalls Gefangene der Haftanstalt "Kilo5 ½", sich einer ähnlichen Situation ausgesetzt sehen. Auch sie befinden sich in einer Sonderbestrafungszelle und müssen dort ohne Kontakt zu ihren Familien verharren.

 






 Kuba: Alarmierend hohe Selbstmordrate in kubanischen Gefängnissen - 10-02-09 12:30
 Kuba: Gefangener Journalist kurz vor dem Tod - 18-09-07 13:34
 Kuba: Systematische Schikanen gegen unabhängige Journalisten - 31-10-05 12:15
 Kuba/EU: Kein Appeasement mit Castro auf dem Rücken der verfolgten Demokraten - 28-01-05 12:00
 Kuba: Politische Gefangene sind Opfer von Gesinnungsmedizin - 08-09-04 12:00
 Kuba: IGFM für "Bewusstes Reisen" - 08-09-04 10:00
 Kuba: Gefängnis oder Tod - politische Polizei bedroht Oppositionspolitiker - 19-07-04 12:00
 Kuba: Wärter misshandeln politischen Gefangenen und dessen Familienangehörige - 13-07-04 12:00
 Kuba: Journalist an Haaren aufgehängt - 27-05-04 12:00
 Kuba: Inhaftierter Dissident erhebt schwere Vorwürfe gegen kubanische Staatsorgane - 04-03-04 10:00



<- zurück zur Übersicht

© Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), deutsche Sektion e.V. Spendenkonto: 23 000 725, Taunussparkasse, BLZ 512 500 00

designed by WIV-GmbH