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Angriff auf die Lebensgrundlagen - Andauernde Verfolgung von Christen - Wer dem Glauben nicht abschwört, wird das Reisfeld enteignet
 Der ev. Christ, Vang A Lo
Sapa - Frankfurt (1. September 2005) - Vang A Lo, ein evangelischer Christ der ethnischen Hmong Minderheit in der Touristenstadt Sapa (Provinz Lao Cai), hält sich aus Angst vor Morddrohungen in Hanoi versteckt. Weil er seinem Glauben nicht abgeschwört hatte, wurde sein Reisfeld beschlagnahmt und einem anderen Dorfbewohner zugeteilt. Aus den der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) zugegangenen Dokumenten wird ersichtlich, dass das Schicksal der Familie Lo kein Einzelfall ist. Zwölf anderen christlichen Familien in der Gemeinde Ta Pin in Sapa erging es ähnlich. Die IGFM ruft die vietnamesische Zentralregierung auf, das Leben der christlichen Familien in Sapa zu schützen und die Drangsalierungsmaßnahmen gegen Christen in der Provinz Lao Cai einzustellen.
Das örtliche Volkskomitee am Wohnort verlangte von Vang A Lo, dass er dem christlichen Glauben abschwören solle, da sein religiöses Bekenntnis nicht mit seiner Mitgliedschaft bei der regierenden Kommunistischen Partei Vietnams (KPV) vereinbar sei. Der evangelische Glauben sei ein Glaube der USA, sei "reaktionär" und ein Parteimitglied dürfe nicht gleichzeitig evangelisch sein. Lo wurde aus der KPV ausgeschlossen, nachdem er die Aufgabe seines Glaubens verweigert hatte. Aus Angst vor einer Verhaftung, die ihm das Volkskomitee angedroht hatte, tauchte er zwei Monate lang in der benachbarten Provinz Lai Chau unter. Daraufhin beschlagnahmte das Volkskomitee sein Reisfeld und teilte dies einem anderen - regierungsfreundlichen - Dorfbewohner zu.
Nach Einsatz des Verbandes der Evangelischen Kirche Vietnams (VEKV), ordnete das Volkskomitee im Juni 2005 die Rückgabe des Reisfeldes an unter den Bedingung, dass Vang A Lo über den Vorfall schweigt und sich z.B. Forderungen des zwischenzeitlichen Besitzers am Ernteertrag nicht entgegenstellt. Dieser kam dann auch kurz vor der Erntezeit mit Unterstützung des Volkskomitees und verlangte die Hälfte der Ernte. Sollte Vang A Lo darauf nicht eingehen, drohten sie ihm mit Tötung.
Vang A Lo ist Mitglied des Verbandes der Evangelischen Kirche Vietnams (VEKV-Nord), die seit 1958 vom vietnamesischen Staat anerkannt ist. Von diesem "legalen Status" können bislang nur 14 Gemeinden und Kirchen der VEKV Gebrauch machen. Obwohl mit der Registrierung eine Kontrolle und Mitsprache der Regierung in religiösen Angelegenheiten verbunden sein kann, ziehen über eintausend weitere VEKV-Gemeinden die Verbundenheit in einer Organisation der Illegalität und den damit eiinhergehenden Drangsalierungsmaßnahmen vor und streben nach staatlicher Anerkennung. Über die VEKV-Gemeinden hinaus gibt es zusätzlich noch eine deutlich höhere Zahl an nichtregistrierten Hausgemeinden. Aufgrund der dauerhaften Nachstellung und Verfolgung kommen wöchentlich Hmong-Christen nach Hanoi, um Hilfe bei der zentralen VEKV zu suchen.
Vor einigen Monaten erhöhten die kommunalen Behörden den Druck auf die ethnischen Hmong, indem sie die Lebensgrundlagen der Betroffenen angriffen. Das Volkskomitee der Provinz Lao Cai hatte sich beispielsweise zum Ziel gesetzt, eine "christenfreie" Provinz zu schaffen. Vietnamesische Beamten drängten in die Häuser der "unbelehrbaren" Christen, beschlagnahmten Haustiere und Hausgegenstände, misshandelten die Familienangehörigen oder konfiszierten ihre Reisfelder, weil sie der "Religion des Onkels Ho (Chi Minh)" nicht gefolgt waren. Öffentlich wurde verkündet, dass man die Reisfelder zurückgeben würde, wenn die Betroffenen ihrem Glauben entsagten. Einzelne wurden bereits für mehrere Monaten in Zwangsarbeitslager unter miserablen Bedingungen festgehalten. Aufgrund dieser krassen Methoden flohen zahlreiche Hmong - schätzungsweise 15.000 in den letzten 10 Jahren - in die Wälder oder in die benachbarten Provinzen.
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