21.03.2005 14:53 Uhr

Kuba: "Damen in Weiß" von militanten Castro-Anhängern attackiert

IGFM: Bürgerrechtler sollen von Schlägerkommandos zum Schweigen gebracht werden



Martha Beatriz Roque Cabello


Havanna/ Frankfurt a. M. (21.März 2005) - Am gestrigen Sonntag ist es während des traditionellen Sonntagsmarsches der "Damen in Weiß" zu Übergriffen militanter Castro-Anhänger gegen Teilnehmerinnen der Frauengruppe gekommen. Die Castro- Anhänger einer organisierten Gegenveranstaltung gingen verbal und tätlich gegen die friedlich demonstrierenden Frauen vor, berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM). Wie die kubanisch- amerikanische Frauenrechtsorganisation "M.A.R." erfahren hat, wurden die dreißig Frauen nach dem Palmsonntags-Gottesdienst von 200 bis 300 mit Megaphonen ausgerüsteten Regierungstreuen beschimpft und mit Stöcken in die Beine geschlagen.

Nach Einschätzung der kubanischen Bürgerrechtlerin Martha Beatriz Roque Cabello war die Menge von der Regierung organisiert, um den Marsch der "Damen in Weiß" zu behindern. Die Teilnehmer trugen Fahnen, die in Castros "Kampf der Ideen"- Kampagne ausgegeben wurden und riefen lautstark Parolen gegen die Frauen.

Diese mussten nicht nur Beleidigungen über sich ergehen lassen, sondern wurden auch mit Fahnen auf die Beine geschlagen. Die Schläge wurden so ausgeführt, dass ausländische Journalisten, die zu diesem Zeitpunkt anwesend waren, dies nicht sehen und dokumentieren konnten. Frau Roque berichtet, dass Behörden den Marsch der "Damen in Weiß" mehrmals gestoppt und umgeleitet haben. Martin Lessenthin, Sprecher des IGFM-Vorstands, bewertet den Vorfall am gestrigen Sonntag als ein alarmierendes Signal. "Wenn Fidel Castro es nötig hat, friedlich demonstrierende Mütter und Frauen auf offener Straße durch Schlägerkommandos zum Schweigen bringen zu müssen, dokumentiert dies die Furcht der politischen Führung vor der demokratischen Opposition im Lande," so der IGFM-Vorstandssprecher.

Menschenrechtsaktivisten nach drei Jahren Haft entlassen

Das gewaltsame Vorgehen gegen "Die Damen in Weiß" zeigt deutlich, dass öffentlicher Protest gegen die kubanische Regierung nicht nur unerwünscht ist, sondern auch mit allen Mitteln bekämpft wird. Dies mussten auch die Brüder Antonio und Enrique García Morejón am eigenen Leib erfahren, als sie am 2. März 2002 verhaftet wurden. Die Brüder hatten sich vor einem Krankenhaus für einen unabhängigen Journalisten eingesetzt, der von einem Polizeibeamten verletzt und dort behandelt wurde. Daraufhin wurden die Brüder wegen Beleidigung Fidel Castros und Erregung öffentlicher Unruhe zu drei Jahren Haft verurteilt. Nach Ablauf ihrer Haftzeit wurden die Menschenrechtsaktivisten nun am Montag aus dem "Ceramica Roja Gefängnis" in der Provinz Camaguey entlassen.

Hinweis an Redaktionen: IGFM erwartet zu ihrer Jahreshauptversammlung in Königstein/Taunus am 23./24. April 2005 eine Delegation von "M.A.R. por Cuba". Sie sind herzlich dazu eingeladen, Gespräche mit unseren Gästen zu führen. Anmeldungen bitte unter presse@igfm.de.






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