07.03.2008 14:36 Uhr

Nigeria: Brandanschläge und Übergriffe in Nord-Nigeria

IGFM: Muslime attackieren Christen in Dawakin Kudu ? Regierung erkennt Kirche seit 28 Jahren nicht an.




Frankfurt am Main/ Dawakin Kudu (7. März 2008) ? Erneut wurden Christen im Bundesstaat Kano im Norden Nigerias Opfer von Brandanschlägen, berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM). Ziel war die evangelische Kirche in Dawakin Kudu. Obwohl schon 1980 gegründet und seitdem aktiv, wurde die Kirche immer noch nicht durch die Bezirksregierung anerkannt. Stattdessen sehen sich die Christen in der Stadt und auch im Umland ständigen Schikanen und Bedrohungen durch Muslime ausgesetzt. Mehrere Male schon wurde die Kirche, die provisorisch in einem alten Gebäude der Regierung untergebracht ist, angezündet, mit christenfeindlichen Parolen beschmiert oder anderweitig beschädigt. Kano gehört zu den zwölf Bundesstaaten Nigerias, die zwischen 2000 und 2002 die Scharia eigeführt haben. Die Diskriminierung von Christen wird in Kano offenkundig toleriert.

Die christliche Gemeinde in Dawakin Kudu hat 118 Mitglieder und war seit Weihnachten 2006 mehreren Brandanschlägen durch Muslime ausgesetzt, gibt der Pastor der Kirche Jacob Bako an. Das alte Gebäude, in das die Kirche aufgrund der fehlenden Anerkennung und Erlaubnis einziehen musste, ist ein ehemaliger Andachtsort der Regierung, der nie fertig gestellt wurde. Die Kirchengemeinde hat die offenen Stellen notdürftig abgedeckt.

Realität der Christen in Kano

Neben den Brandstiftungen, die verübt wurden, sind auch an die Wände geschmierte Hasstiraden gegen Christen und am Gebäude verteilter Kot keine Seltenheit. Der Pfarrer und Präsident des Bezirks Kano der christlich evangelischen Kirche in Nigeria, Nelson Jebes, sagte, solche Anfeindungen kämen tagtäglich vor und seien die Realität in Kano. Viele Kirchen seien durch Muslime niedergebrannt worden.

Ziel der Schikanen ist der Übertritt zum Islam

Pastor Bako zu Folge haben schon viele Christen aufgrund der gefährlichen Situation die Region verlassen. Auch in öffentlichen und staatlichen Einrichtungen werden Christen diskriminiert. So werden sie bei der Vergabe von Arbeitsplätzen in staatlichen Einrichtungen benachteiligt und die Aufnahme christlich erzogener Kinder in öffentliche Schulen wird verzögert oder verweigert. Mit diesen erheblichen Einschränkungen in ihr Leben sollen die Christen dazu gebracht werden, zum Islam zu konvertieren.

Die einzige Hoffnung für ein friedliches Zusammenleben in Nord-Nigeria, so Pastor Bako, setzen die Christen in die Regierung in Abuja. Die müsse endlich Maßnahmen gegen die Diskriminierung der Christen ergreifen.






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