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Zotne Gamsachurdia, Sohn des ermordeten ersten georgischen Prasidenten, zu Unrecht inhaftiert - Anschlagsversuch auf Rechtsanwältin - Cyberattacke auf Solidaritatshomepage - Rufmordkampagne in den Staatsmedien
 Zotne Gamsachurdia - nimmt Präsident Saakaschwili seinen Tod in Kauf? Bild: ntv.ru
Tiflis - Frankfurt/M. (17. November 2009) - Zotne Gamsachurdia, Sohn des ersten frei gewahlten georgischen Prasidenten Swiad Gamsachurdia, befindet sich nach Informationen der Internationalen Gesellschaft fur Menschenrechte (IGFM) seit 21 Tagen im Hungerstreik im beruchtigten Tifliser Gldani-Gefangnis. Der Kritiker der Politik des derzeitigen Prasidenten Saakaschwili war Ende Oktober wegen angeblichen Mordversuchs an seinem Nachbarn inhaftiert worden. In der Zwischenzeit wurde seine Rechtsanwaltin in einen Autounfall verwickelt, den sie knapp uberlebte. Die Solidaritatshomepage von georgischen Sympathisanten in Deutschland wurde Opfer einer Cyber-Attacke. "Allein die Tatsache, dass Gamsachurdia Opfer einer geradezu hysterisch gefuhrten Schmutzkampagne ausschliesslich in den von der Regierung Saakaschwili kontrollierten Medien ist, sollte aufhorchen lassen. Die Internationale Gesellschaft fur Menschenrechte fordert die unverzugliche Freilassung von Zotne Gamsachurdia, weil man ihm ein Verbrechen aus politischen Grunden angedichtet hat", so Karl Hafen, Geschaftsfuhrender Vorsitzender der IGFM.
Zotne Gamsachurdia (33 J.), einer der scharften Kritiker des amtierenden Prasidenten Saakaschwili, wurde am 27. Oktober unter fragwurdigen Umstanden festgenommen und in das beruchtigte Tifliser Gldani-Gefangnis gesperrt. Laut Anklage soll Gamsachurdia einen Mordversuch an seinem Nachbarn David Badschelidze verubt und ihn dabei schwer verletzt haben. Ausserdem soll er wegen "unerlaubten Waffenbesitzes" belangt werden. Gamsachurdia indes gab an, zusammen mit seinem Nachbarn und Freund Zielobjekt einer Attacke unbekannter Personen geworden zu sein. Beide wurden im Krankenhaus behandelt, wo Badschelidze wegen eines Bauchschusses operiert werden musste. Bei Gamsachurdia wurde eine tiefe Kopfwunde genäht und eine schwere Gehirnerschutterung attestiert.
Obwohl der Nachbar Badschelidze in der Zwischenzeit wieder zuhause ist, wurde er nicht von der Staatsanwaltschaft vernommen. Stattdessen aber prasentierte die Staatsanwaltschaft die Zeugin Raissa Saidowa, die bereits mehrmals in das Haus von Gamsachurdia eingebrochen war und als berufsmässige Diebin polizeibekannt ist. Dem Richter Georgi Arevadse reichten die Aussagen der einen Zeugin aus, auf Antrag der Staatsanwaltschaft eine zweimonatige Voruntersuchungshaft zu verhangen.
Aus Protest dagegen trat Gamsachurdia in Hungerstreik. Laut Bericht seiner Rechtsanwaltin Keti Bekauri ist er bereits so geschwacht, dass er sich kaum mehr auf den Beinen halten kann.
Die Rechtsanwaltin selbst kam bei einem Unfall am 10. November knapp mit dem Leben davon, als sie von einem Mitarbeiter des Innenministeriums angefahren wurde. Die am Unfallort erschienene Polizei erklarte bei der Aufnahme von Bekauris Personalien, dass man wisse, mit wem man es zu tun habe und Bekauri auf Schadensersatz nicht zu hoffen brauche. Die Rechtsanwaltin hatte offen die Indizienkette der Staatsanwaltschaft in Zweifel gezogen. Wahrend die Staatsanwaltschaft an einer Jacke Gamsachurdias Schmauchspuren festgestellt haben will, verwies die Rechtsanwaltin auf die Tatsache, dass aus der vorgelegten Jacke Gamsachurdia wegen seiner Korperfulle langst herausgewachsen war, sie ihm beim besten Willen nicht mehr passte und deswegen von ihm seit langem nicht mehr im Gebrauch war. Zudem prasentierte sie zu den Schmauchspuren ein Gutachten eines unabhangigen kriminalistischen Instituts, das der Staatsanwaltschaft eine mangelhafte Untersuchung vorwarf.
Wahrenddessen haufen sich in Georgien Mutmassungen, dass man mittels Inhaftierung eine Aussage von Zotne Gamsachurdia vor der am 22. Oktober eingesetzten parlamentarischen Untersuchungskommission verhindern wolle. Die Aufgabe der Kommission ist, innerhalb von zwei Monaten die genauen Umstande des Todes seines Vaters und ehemaligen Prasidenten Swiad Gamsachurdia zu klaren, der am 31. Dezember 1993 wahrend der Regentschaft Eduard Schewardnadses erschossen wurde.
Nach Ansicht der IGFM, die die Verfolgungsmassnahmen gegen Zotne Gamsachurdia seit 2007 genau beobachtet, kann das nur ein Grund von vielen sein. Sollte er aber zutreffen, dann unterscheidet sich Prasident Saakaschwili in seinem Vorgehen in keiner Weise von den repressiven Massnahmen seines Vorgangers Schewardnadse. Auch er nimmt den Tod eines Menschen in Kauf, weil dieser sein Regime nicht akzeptieren will. Daher sieht die IGFM die Freiheit und das Leben von Zotne Gamsachurdia in akuter Gefahr und fordert seine unverzugliche Freilassung.
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