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Journalist nach 16 Monaten Haft ohne Gerichtsverhandlung entlassen.
IGFM: Kuba unterdrückt systematisch die Meinungsfreiheit.
 Oscar Mario Gonzalez Perez (62 J.)
Havanna - Frankfurt am Main (22. November 2006) ? Der 62-jährige kubanische Journalist Oscar Mario Gonzalez Perez wurde am 20. November 2006 nach 16 Monaten Haft ohne Gerichtsverhandlung entlassen, berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM). Die kubanischen Behörden gaben keinen Grund für die Entlassung an. Während der Haft erlitt Gonzales Perez schwere gesundheitliche Schäden. Unmittelbare Ursachen dafür sind die katastrophale medizinische Versorgung und unhygienische Haftbedingungen, die immer wieder zu Erkrankungen von Gefangenen führen, so die IGFM.
In Kuba sind 23 Journalisten inhaftiert, weitere stehen, wie der erst am 14. November verurteilte Journalist Guillermo Espinosa, unter Hausarrest, ständiger Observation oder werden systematisch an ihrer Arbeit gehindert. Journalisten, Schriftsteller und unabhängige Bibliothekare sind die vom Castro-Staat am härtesten verfolgte Gruppe. Die IGFM hat die Fälle von 51 inhaftierten Angehörigen dieser Berufsgruppen dokumentiert.
Oscar Gonzales, Mitglied der unabhängigen Nachrichtenagentur Grupo de Trabajo Decoro wurde im Juli 2005 zusammen mit 33 Bürgerrechtsaktivisten verhaftet, die sich auf eine Demonstration vor der Französischen Botschaft in Havanna vorbereiteten, um mehr Aufmerksamkeit für die Notlage der politischen Gefangenen in Kuba seitens der Europäischen Union zu fordern. In seinen Veröffentlichungen hatte Gonzales den Mangel an Redefreiheit und die systematische Verletzung von Menschenrechten angeprangert.
Trotz der Bitten von Gonzales Frau und der Diagnose eines Arztes, dass medizinische Tests notwendig sind, weigerten sich die Gefängnisbehörden diese durchzuführen. Nach internationalen Standards sind die kubanischen Autoritäten aber verpflichtet Gefangenen die nötige medizinische Versorgung zukommen zu lassen, erklärt die IGFM. Über 1000 Anhänger sandten Briefe und Emails an die kubanischen Autoritäten, in denen sie Gonzales Freilassung forderten.
Kuba ist Spitzenreiter in der Verfolgung von Journalisten. Nur in der Volksrepublik China sind mit 32 Inhaftierten mehr Journalisten im Gefängnis als in Kuba (23). Kuba hat aber nur 11,3 Millionen Einwohner, China ca. 1,3 Milliarden, so Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM.
Auch Dr. Guillermo Farinas Hernández, der bekannteste Journalist Kubas und Gründer der Nachrichtenagentur Cubanacán, Menschenrechtspreisträger der Stadt Weimar 2006, musste und muss aufgrund seiner systemkritischen Aktivitäten Repressionen seitens der kubanischen Behörden erleiden. Wegen seines Eintretens für Meinungsfreiheit und Demokratie wird er am 10. Dezember 2006 mit dem Menschenrechtspreis der Stadt Weimar ausgezeichnet. Farinas wurde die Ausreise nach Deutschland verboten, um den Preis persönlich entgegenzunehmen, da er als Rollstuhlfahrer unwürdig sei das revolutionäre Kuba im Ausland zu repräsentieren.
Hinweis: Die IGFM informiert am Donnerstag, 30. November 2006 in einer Pressekonferenz in Berlin sowie in einem Hearing am Montag, 11. Dezember 2006, in Weimar über verfolgte Journalisten in Kuba
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