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"Das Bild eines Rollstuhlfahrers schädigt die kubanische Revolution"
 Dr. Guillermo Fariñas Hernández, Träger des Menschenrechtspreises 2006 der Stadt Weimar. Bild: cubanet.org
Frankfurt/M. ? Santa Clara (15. November 2006) ? Kubas bekanntester Journalist Dr. Guillermo Fariñas Hernández erhält vom kubanischen Staat keine Genehmigung nach Deutschland zu reisen, um den Menschenrechtspreis der Stadt Weimar persönlich entgegenzunehmen. Das berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM). Als Grund wurde dem Journalisten und Bürgerrechtler mitgeteilt, seine Ausreise sei aus "gesundheitlichen Gründen" nicht möglich. Jetzt hofft die IGFM, dass wenigstens Fariñas Mutter nach Weimar reisen und den Preis stellvertretend in Empfang nehmen kann.
Die Nachricht über das Ausreiseverbot wurde dem Menschenrechtsaktivisten am 12. November 2006 in Santa Clara von einem Offizier der Staatssicherheit, Major Vladimir Méndez Mauad, persönlich überbracht. Der Stasi-Major teilte Dr. Fariñas in dessen Privatwohnung mit, dass er aufhören solle, seine Einreise nach Deutschland vorzubereiten. Er werde ihn nicht ausreisen lassen, da das Bild eines Rollstuhlfahrers das Bild der "Revolution" schädigen würde, berichtet die IGFM.
Der unabhängige Journalist Dr. Fariñas ist Gründer und Direktor der Staatsunabhängigen Presseagentur Cubanacán. Er setzt sich bereits seit zwölf Jahren durch zum Teil spektakuläre Aktionen für die Meinungsfreiheit der Kubaner ein. Dr. Fariñas wurde von der Stadt Weimar für seine intensive pro-demokratische Arbeit zum Träger des Menschenrechtspreises 2006 ernannt.
Fariñas Hungerstreik von Februar bis August dieses Jahres für den freien Zugang aller Kubaner zum Internet und damit das Recht aller Menschen auf freie Information erregte weltweites Aufsehen. Zum Hungerstreik hatte sich der Journalist entschieden, als die Regierung den Internetzugang seiner Presseagentur kappte, deren 15 Journalisten über Ereignisse auf Kuba berichten, die von staatlichen Medien verschwiegen werden. Die IGFM und zahlreiche Bürgerrechtler hatten Fariñas um die Beendigung seines Hungerstreiks gebeten. Ein Aufrechterhalten des Hungerstreiks trotz seines besorgniserregenden Gesundheitszustands hätte für ihn den Tod bedeuten können.
Die IGFM berichtet in der neu erschienenen Ausgabe des Cuba Reports 2006-3 ausführlich über Dr. Guillermo Fariñas Hernández.
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