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IGFM: Kampf um Menschenrechte in Kuba immer verzweifelter
 Guillermo Fariñas, kubanischer Journalist und bürgerrechtler, seit dem 24.02.2010 im Hungerstreik für die Freilassung politischer Gefangener auf Kuba. Bild: cubademocraciayvida.org
Frankfurt am Main / Havanna (05. Juli 2010) - Wie die kommunistische kubanische Parteizeitung "Granma" berichtet, ist der hungerstreikende kubanische Journalist Guillermo Fariñas in "möglicher Lebensgefahr". Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) fordert die kubanische Regierung auf, der Forderung des seit dem 24. Februar in Hungerstreik getretenen Bürgerrechtlers nachzukommen und zumindest die 26 schwerkranken politischen Gefangenen unverzüglich freizulassen. Nach Informationen der IGFM befinden sich derzeit noch 208 politische Gefangene in Haft.
In einem Interview berichtete der behandelnde Arzt Amando Caballero in der "Granma", Fariñas leide an einem Blutgerinnsel an der Halsschlagader. Dies bedeute ein hohes Risiko und "mögliche Lebensgefahr". Die Ärzte befänden sich derzeit am "Rand" ihrer Bemühungen bei seiner Lebensrettung.
Guillermo Fariñas verweigert seit dem 24. Februar jegliche Nahrungsaufnahme und fordert die Freilassung von 26 schwerkranken politischen Gefangenen. Anlass des Hungerstreiks war der Tod des politischen Gefangenen Orlando Zapata Tamayo an den Folgen seines 83tägigen Hungerstreiks für menschenwürdige Haftbedingungen.
Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte hält die Informationen der "Granma" für glaubwürdig, obwohl die staatlich gesteuerte Zeitung den Grund von Fariñas Hungerstreik verschwieg. IGFM-Sprecher Martin Lessenthin ist überzeugt: "Offenbar wird hier versucht, die kubanische Öffentlichkeit und die Welt auf den bevorstehenden Tod des oppositionellen Journalisten vorzubereiten." Falls es soweit kommen würde, sei dies ein Skandal: "Die Welle des Hungerstreiks ist ein Zeichen dafür, dass die kubanischen Dissidenten immer verzweifelter werden. Dies geschieht allen Verhandlungen zwischen katholischer Kirche und Regierung und aller Hafterleichterungen der letzten Zeit zum Trotz". Offenbar haben die Dissidenten keine andere Hoffnung mehr, da sie permanent vom Castro-Regime hingehalten werden, so Lessenthin.
Moratinos brüskiert EU-Partner
Vor diesem Hintergrund kritisiert die IGFM die Weigerung des spanischen Außenministers Miguel Ángel Moratinos, bei seiner heute beginnenden Kuba-Reise Fariñas zu besuchen: ?Auch wenn wir den Hungerstreik des Journalisten nicht für das richtige Mittel halten, sollte jeder Demokrat das Anliegen Fariñas vorbehaltlos unterstützen. Ein Besuch bei Fariñas hätte der spanischen Regierung die Möglichkeit gegeben, genau dies deutlich zu machen.? Moratinos verstößt damit gegen eine gemeinsam verabschiedete Kuba-Position der EU, in der verabredet wurde, den Dialog zu Regierung und Opposition in Kuba zu verstärken. ?Damit brüskiert er die anderen europäischen Staaten?, so die IGFM.
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