23.02.2006 14:27 Uhr

Kuba: Gewalt gegen Bibliothekare

Castros Schläger erdrücken Meinungs- und Versammlungsfreiheit -

Kongress unabhängiger Bibliothekare gewaltsam verhindert



Cuba Verde ist eine vor drei Jahren gegründete unabhängige Bibliothek auf Kuba.

 

Frankfurt a. M. / Havanna (23. Februar 2006) - Militante Castro-Anhänger, die sogenannten "BRR? - Brigaden der schnellen Antwort? (gegen Dissidenten) - haben gewaltsam den geplanten Kongress staatsunabhängiger Bibliothekare in Havanna verhindert, berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM). Unabhängige Bibliothekare gehören zu den am meisten verfolgten Berufsgruppen auf Kuba, da sie sich in besonderem Maße für das Recht auf Meinungsfreiheit und den Zugang zu nicht zensierten Büchern einsetzen. Die IGFM verurteilt aufs Schärfste diesen jüngsten Übergriff gegen den oppositionellen "Kongreß der Unabhängigen Bibliotheken". ,,Dieser Vorfall stellt erneut unter Beweis, dass die Meinungs- und Versammlungsfreiheit auf Kuba mit allen staatlichen Mitteln und mit der Hilfe von Schlägerkommandos unterdrückt wird", so die IGFM.

Die staatsunabhängigen Bibliothekare werden von der Staatsmacht und ihren gewalttätigen Anhängern deshalb so unnachsichtig bekämpft, weil die von ihnen ausgestellten und verliehenen Bücher auf Kuba unerwünscht oder gar verboten sind. In Kubas staatlichen Buchhandlungen und Bibliotheken sind die Werke von Autoren wie Martin Luther King, Mahatma Ghandi oder George Orwell ebenso wenig erhältlich wie zum Beispiel die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen.

Das geplante Zusammentreffen des Kongresses wurde gewaltsam verhindert, indem zahlreiche Mitglieder der "BRR" (Brigadas de Restuesta Rápida) den Teilnehmern den Zugang zum Tagungsort versperrten und sie bedrohten. Gewaltsam ausgesperrt wurden auch Vertreter der kanadischen und US-amerikanischen Botschaft, die als Beobachter an dem Treffen der Bibliothekare teilnehmen wollten. Von der Blockade des Eingangs zum Tagungsort - dem Haus der Oppositionellen Martha Beatríz Roque Cabello - waren auch unbeteiligte Hausbewohner betroffen. Die 77jährige Schwester von Frau Roque Cabello erlitt einen Schwächeanfall, konnte aber wegen der gewaltsamen Aktion der Castro-Anhänger nicht ärztlich behandelt werden.


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Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte hat ihre Jahrestagung unter das Thema "Meinungs- und Pressefreiheit verteidigen" gestellt. Vom 5. bis zum 7. Mai erörtern in Königstein bei Frankfurt zahlreiche internationale Gäste aus Europa, Asien und Übersee die Situation der Meinungsfreiheit und diskutieren Strategien zu Verbesserung der Situation.


Weitere Informationen über Meinungs- und Pressefreiheit sowie über die IGFM Jahrestagung unter www.menschenrechte.de






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