27.01.2012 12:32 Uhr

Iran: Iranische Friedensnobelpreisträgerin spricht sich für Wahlboykott aus



Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi appelliert an die iranische Bevölkerung, die für den 2. März 2012 angesetzten Parlamentswahlen zu boykottieren

Frankfurt am Main (27. Januar 2012) - Die iranische Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi hat sich am 26. Januar für eine Boykott der "Scheinwahlen zum 12. Islamischen Parlament" im Iran ausgesprochen. Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, unterstützt Ebadi damit die Forderung von 39 politischen Gefangenen nach einem Wahlboykott und der Freilassung der iranischen Oppositionsführer Zahra Rahnavard, Mir Hossein Moussavi und Mehdi Karroubi.

Mir Hossein Moussavi, der mutmaßliche Gewinner der Präsidentschaftswahl 2009, und der Mitherausforderer von Präsident Ahmadinedschad, Mehdi Karroubi, wurden seit Februar dieses Jahres ohne Angabe von Gründen mit ihren Frauen unter Hausarrest gestellt und isoliert.

Ebadi lobt in der Erklärung, die vom niederländischen "Radio Zamaaneh" verbreitet wurde, den Mut der 39 Gefangenen und appelliert an die iranische Bevölkerung, die für den 2. März 2012 angesetzten Parlamentswahlen zu boykottieren, um "der ganzen Welt auf diese Weise deutlich zu machen, dass das Regime der Islamischen Republik keine Legitimität besitzt."

Die IGFM wies darauf hin, dass es seit der Gründung der Islamischen Republik keine freien Wahlen gegeben habe. Der vom "Führer" Ayatollah Khamenei kontrollierte Wächterrat habe bei allen Wahlen jeweils nur einen Bruchteil der Bewerber zur Kandidatur zugelassen und so bereits vor den Wahlen die Zusammensetzung des Parlaments entscheidend beeinflusst. Alle relevanten Oppositionsparteien seien de facto zerschlagen.



Zur Lage der Menschenrechte in Iran unter:
www.igfm.de/Menschenrechtsverletzungen-in-der-Islamischen-Republik-Iran.573.0.html

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