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IGFM: Staatliche Medien verstärken Hetzkampagne
 Shirin Ebadi, iranische Friedensnobelpreisträgerin, im Visier des iranischen Regimes. Bild: Canadian Press, Seite cbc.ca
Teheran - Frankfurt am Main - (15. Oktober 2008) ? Nach Erkenntnissen der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) schwebt die iranische Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi womöglich in Lebensgefahr. Nachdem sie am 1. Oktober 2008 von der Evangelischen Akademie Tutzing den Toleranzpreis überreicht bekam, erklärte Irans staatliche Nachrichtenagentur IRNA, Ebadi habe die Geduld der iranischen Regierung ausgeschöpft. Die Menschenrechtsverteidigerin war in den letzten Monaten Opfer einer Hetzkampagne durch die staatlichen Medien geworden, da sie zusammen mit fünf weiteren Nobelpreisträgerinnen die Freilassung der sechsköpfigen Baha?i-Führung gefordert hatte, die seit Anfang Mai in Isolationshaft festgehalten wird.
Des weiteren übte das iranische Außenministerium Druck auf die malaysischen Behörden aus, eine Reihe von Universitätsvorträgen, die Ebadi in nächster Zeit in Malaysia halten sollte, abzusagen. Iran drohte, die guten Beziehungen zwischen den beiden muslimischen Ländern würden sonst geschädigt.
Verleumdungskampagne gegen Ebadi
Shirin Ebadi ist Angriffe durch die iranische Regierung und die staatlichen Medien gewohnt. In den letzten vier Monaten haben die Verleumdungskampagnen durch die Nachrichtenagentur IRNA und die staatliche Zeitung Kayhan jedoch zugenommen. Besonders gefährlich sind die durch IRNA verbreiteten Behauptungen, Ebadis Tochter wäre angeblich zum Glauben der Baha?i übergetreten. Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM, forderte den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad zur Mäßigung auf: "Auch im Iran muss gelten, dass Rechtsanwälte, die ihre Mandanten auf der Basis des bestehenden Rechts vertreten, dafür nicht in ihrer physischen und beruflichen Existenz bedroht werden dürfen."
Der Iran erkennt den Baha?i-Glauben nicht als Religion an und verfolgt die Baha?is als Ketzer. Ein Wechsel vom Islam zu einer anderen Religion wird als Apostasie verurteilt und schwer bestraft. Durch die Verbreitung des Gerüchts, ein Familienmitglied von Shirin Ebadi habe den Islam verlassen, um den Baha?i-Glauben zu praktizieren, wird die ganze Familie dem Zorn der schariatreuen Muslime preisgegeben und schwebt in Lebensgefahr.
Kampf für die Rechte der Frauen und Kinder
Die Richterin und Rechtsanwältin Shirin Ebadi hat einen großen Teil ihres Lebens dem Einsatz für die Rechte von Frauen und Kindern im Iran gewidmet. 1975 war sie eine der ersten Frauen, die zur Richterin des Teheraner Gerichts berufen wurde, sie übernahm dessen Vorsitz. Nach der islamischen Revolution 1979 wurde sie ihres Amtes enthoben. Als Anwältin setzte sie sich für politische Andersdenkende ein, die mit der islamischen Justiz in Konflikt gekommen waren. Ebadi hat mehrere Auszeichnungen für ihren Einsatz für die Menschenrechte erhalten, darunter 2003 den Friedensnobelpreis und 2004 den Leibniz-Preis der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover.
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