15.01.2004 10:00 Uhr

Kuba: Weltweite Solidarität mit Dr. Oscar Biscet

Appell ehemaliger politischer Gefangener - Solidaritäts-Briefe an Dr. Biscet und Elsa Morejon Hernandez - Castro verschärft Internetzensur



Dr. Oscar Elias Biscet

 


Frankfurt (15. Januar 2004) - Ehemalige politische Gefangene Kubas haben in einem schriftlichen Appell auf die kritische Situation des zu 25 Jahren Haft verurteilten Bürgerrechtlers Dr. Oscar Biscet hingewiesen. Der von 113 Ex-Häftlingen unterzeichnete Aufruf wurde weltweit an Menschenrechtsorganisationen und die Regierungen demokratischer Länder verschickt, berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM). Die IGFM verbreitet den Appell und ruft dazu auf, Dr. Biscet durch Solidaritätsbriefe zu unterstützen.

Der engagierte Christ und Arzt Dr. Oscar Elias Biscet ist das Symbol für die kubanische Bürgerrechtsbewegung. Biscet tritt strikt für Gewaltlosigkeit ein und schöpft als politischer Gefangener des Castro-Regimes seine Kraft aus dem christlichen Glauben. Seine Ehefrau Elsa Morejon Hernandez, die Vorstandsmitglied der von ihrem Mann begründeten kubanischen Menschenrechtsorganisation Lawton Foundation for Human Rights ist, steht unter starkem Druck.

Martin Lessenthin, Vorstandsprecher der IGFM erklärt: "Es gibt zahlreiche Beweise dafür, dass Menschen, deren schweres Schicksal der Weltöffentlichkeit bekannt ist, weniger stark leiden müssen. Einige erfahren Hafterleichterungen oder gelangen gar früher in Freiheit, als Menschen, für die sich Niemand interessiert."

Die IGFM fordert alle Bürgerinnen und Bürger auf, Elsa Morejon Hernandez und Dr. Oscar Elias Biscet durch Briefe zu unterstützen und ihnen ihre Solidarität auszusprechen. Ihre Anschrift lautet:

Elsa Morejon Hernandez
Acosta 464 entre 8va y 9na
Lawton, Municipio 10 de Octubre
La Habana, Kuba

Castro sperrt Internetzugang für kubanische Bürger

Kuba ist ein Überwachungsstaat nach dem Vorbild der ehemaligen DDR. Die ohnehin stark eingeschränkte Presse- und Informationsfreiheit in Kuba wurde jetzt noch weiter reduziert. Da in Kuba nur das staatliche Radio und Fernsehen senden dürfen und auch nur eine einzige Tageszeitung, die Regierungzeitung "Gramma", erscheinen darf, nutzten bislang viele Kubaner das Internet als letzte unabhängige Informationsquelle.

Doch aufgrund einer Gesetzesänderung ist dies kaum mehr möglich: Durch das neue Gesetz dürfen seit Januar 2004 nur noch autorisierte Personen, wie zum Beispiel Angehörige der Regierungsbehörden, das Internet von zu Hause aus über das nationale Telefonnetz zu benutzen. Allen anderen Nutzern stehen nur überteuerte Verbindungen zur Verfügung, die in US-Dollar bezahlt werden müssen. Jedoch bleibt auch dieser den meisten Nutzern durch ein Gesetz aus dem vergangenen Jahr verwehrt. Zur Zeit werden technische Maßnahmen umgesetzt, die die Überwachung aller privaten Telefonanschlüsse sichern sollen.

 






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