05.10.2007 16:44 Uhr

Nordkorea: Christenverfolgung wegen angeblicher Bedrohung

Zehn Jahre Kim Jong Il Generalsekretär - IGFM fordert Freilassung von Gefangenen



Son Jong Nam (rechts) mit seinem Bruder Son Jong Hoon 2004. Im Sommer 2007 wurde Son Jong Nam wegen Hinwendung zum Christentum zum Tode verurteilt. Bild: Voice of the Martyrs


Frankfurt am Main / Pjönjang (6. Oktober 2007) - Vor zehn Jahren, am 8. Oktober 1997, wurde der nordkoreanische Diktator Kim Jong Il zum  Generalsekretär der "Partei der Arbeit Koreas" (PdAK) gewählt. Daran erinnert die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Verbindung mit der aktuellen Medienpräsenz des nordkoreanischen Diktators im Rahmen des Treffens mit Südkoreas Präsidenten Roh Moo-hyun und weist auf dessen Verantwortung für gewaltige Menschenrechtsverletzungen hin.

Mit der Amtsübernahme als Generalsekretär vollendete Kim Jong Il seine Machtübernahme nach der dreijährigen staatlichen Trauerphase für seinen 1994 verstorbenen Vater Kim Il Sung. Bereits 1994 war Kim Jong Il Vorsitzender der Nationalen Verteidigungskommission geworden. Nach Informationen der IGFM hat Kim Jong Il ein Konzentrationslagersystem mit rund 200.000 Insassen zu verantworten. Darunter sind viele politische Gefangene und um ihres Glaubens willen inhaftierte Christen.

Das Christentum wird in Erinnerung an den Umschwung in Osteuropa vor knapp 20 Jahren als Gefahr für das Regime angesehen. Es gefährde den Staatskult um Kim Jong Il als ?Geliebten Führer?. Bei einigen tausend in Arbeitslagern eingesperrten Christen werden bis zu 400.000 Christen im Untergrund des 22 Millionen Einwohner großen Landes vermutet.

Die bei dem Gipfeltreffen für die koreanische Halbinsel vereinbarten ?Regeln der Zusammenarbeit? haben die Menschenrechtsfrage ausgeklammert. Die Position der südkoreanischen Regierung, die sich bei ihren Verhandlungen mit der nordkoreanischen Diktatur mit ?weniger als Nichts? zufrieden gibt, sei ein großer Rückschritt für die Durchsetzung von Menschenrechten im koreanischen Norden. Südkoreas Präsident Roh Moo-hyun hätte zumindest die Freilassung einiger Gefangener durchsetzen müssen, so die IGFM.

Die IGFM fordert die Freilassung von zwei namentlich benannte Gewissensgefangenen: den 2005 in der Stadt Peeyeong Gun verhafteten christlichen Gemeindeleiter Seong Jeun Moon, dem die ?Vorbereitung eines politischen Umsturzes? vorgeworfen wird, und den im Sommer 2007 wegen angeblichen Hochverrats zum Tode verurteilten Offizier Son Jong Nam, dessen Verurteilung mit seiner Hinwendung zum Christentum und seiner religiösen Missionstätigkeit in Verbindung gebracht wird. Das Schicksal beider Christen ist unklar.






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