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Familie von Pfarrer Roberto Rodriguez Repressalien ausgesetzt
 Pfarrer Roberto Rodriguez (oben links) mit Familie. Bild: csw.org
Placetas / Frankfurt am Main (2. September 2010) - Am Montag, den 30. August 2010, wurde auf Kuba ein wichtiger Kirchenführer verhaftet. Laut IGFM handelt es sich um Pfarrer Roberto Rodriguez, der der Gemeinde Los Pinos Nuevos de Sagua la Grande vorsteht. Er war Präsident der "Interkonfessionellen Kameradschaft evangelikaler Pastoren und Seelsorger", die 2008 aus dem staatlich kontrollierten Kubanischen Kirchenrat ausgetreten war. 2008 und 2009 erhielt er mehrmals Gerichtsvorladungen, eine Verhandlung fand jedoch nie statt. Die letzten 21 Monate bis zur Verhaftung stand er unter Hausarrest. Pfarrer Rodriguez ist in schlechtem gesundheitlichem Zustand, bei seiner Verhaftung hatte er keine Medikamente bei sich.
Roberto Rodriguez wurde am 30. August 2010 von Staatsbeamten in seinem Haus verhaftet. Dem Geistlichen, der Ende 60 ist und an chronischer Gastritis leidet, wurde keine Zeit gegeben, seine Medikamente mitzunehmen, die er dringend benötigt. Pfarrer Rodriguez werden "beleidigendes Verhalten" und "Drohungen" vorgeworfen. Die IGFM befürchtet, dass sich sein Gesundheitszustand im Gefängnis weiter verschlechtern wird. Laut seiner Familie soll ihm in den nächsten Tagen der Prozess gemacht werden. Die Staatsanwaltschaft verlangt eine einjährige Haftstrafe für ihn.
Die IGFM glaubt, dass seine Verhaftung in Zusammenhang mit dem öffentlichen Austritt der von ihm geleiteten "Interkonfessionellen Kameradschaft evangelikaler Pastoren und Seelsorger" aus dem staatlichen Kirchenrat in der zweiten Hälfte des Jahres 2008 steht. Entsprechende Beschuldigungen gegen den Pastor wurden erstmals Ende 2008 erhoben. 2009 wurde er zu vier Gerichtsterminen eingeladen, eine Verhandlung fand jedoch niemals statt.
Die Familie von Roberto Rodriguez ist seit langem Repressalien durch ihre Nachbarn ausgesetzt, die offensichtlich von Mitarbeitern der Staatssicherheit dazu aufgestachelt wurden. Nach anhaltenden verbalen und körperlichen Angriffen sah die Familie sich gezwungen, aus Sicherheitsgründen aus ihrer Heimatstadt Placetas wegzuziehen. Neben Roberto Rodriguez ist auch sein Sohn Eric Gabriel Rodriguez del Toro, ebenfalls Pastor, erheblichen Belästigungen ausgesetzt. Im Oktober 2009 erlitt seine Ehefrau, Gilianys Meneses de los Rios, eine Fehlgeburt, nachdem sie auf offener Straße von einem Nachbarn attackiert worden war.
Terminhinweis:
IGFM-Pressekonferenz "Haftentlassung kubanischer Gefangener in Kuba und die Haltung der EU-Staaten gegenüber dem Castro-Regime"
Termin: Dienstag, 7. September 2010 Beginn: 10.00 Uhr Ort: Jakob-Kaiser Haus, Raum 1.513, Dorotheenstraße 101, 10115 Berlin
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