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Sorge um Mönche und Sicherheit im Tur Abdin. EU-Fokus auf Kulturerbe der Menschheit angebracht
 Türkei: Priester Daniel Savci vom Kloster Mor Yakub/Tur Abdin entführt.
In Freiheit, seit dem 30. November 2007
Frankfurt/M. (29. November 2007) - Die Entführung des syrisch-orthodoxen Mönchs Daniel Savki am 28. November 2007 ist nach Meinung der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) möglicherweise eine Folge mangelnder Umsetzung eines Sicherheitserlasses des türkischen Innenministeriums vom 19. Juni 2007, wonach die Provinzgouverneure aufgefordert wurden, der Situation der bedrohten Christen mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Gerade im Tur Abdin, im Südosten der Türkei, häuften sich nicht nur Meldungen von gewalttätigen Übergriffen gegen Christen und von Enteignungen von Privatgut der dort seit der Antike ansässigen Christen und Kirchen, sondern der Gouverneur der Provinzstadt Midyat hatte vor zehn Jahren verfügt, dass die Christen in ihren Schulen nicht mehr Aramäisch ? Basis der alten Kirchensprache - lehren dürften. Die IGFM fordert die EU auf, ihren Fokus mehr auf die Lage der Christen im Tur Abdin zu richten.
Am Nachmittag des 28. November 2007 wurde der 55jährige syrisch-orthodoxe Priester Daniel Savci in der Nähe der Stadt Midyat (Südost-Türkei) von Unbekannten entführt. Der Mönch aus dem Kloster Mor Yakub wurde auf der Rückfahrt dorthin aus dem Auto gezerrt und verschleppt. Die Entführer meldeten sich per Handy des Entführten bei Bischof Samuel Aktas vom Haupt-Kloster Mar Gabriel, verlangten 300.000 Euro Lösegeld und drohten mit der Ermordung der Geisel. Es ist unklar, ob es sich um Kriminelle oder Täter mit einem politischen christenfeindlichen Hintergrund handelt. Eine IGFM-Delegation war Daniel Savci bei einer Tur Abdin-Reise im September 2003 begegnet. Die IGFM appelliert an die türkischen Behörden, alles für die Freilassung des Mönches zu tun.
In den Klöstern dieser urchristlichen antiken Region gibt es noch knapp 20 Mönche, zwei syrisch-orthodoxe Bischöfe und etwa 2500 assyrische Christen. Zehntausende Christen sind unter dem Druck von Verfolgung und Bedrohung in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts nach Europa und Übersee ausgewandert.
Die IGFM fordert erneut die EU-Kommission auf, sich nach dem ernüchternden Fortschrittsbericht ?Türkei? vom 6. November 2007, der keine grundlegenden Verbesserungen in der Religionsfreiheit feststellt, sich für die Aufhebung des 10 Jahre alten offiziellen Aramäisch-Unterrichtsverbot im Tur Abdin und sich gegen die staatliche Konfiszierung von Wald-, Weideland und Friedhöfen der dortigen Christen einzusetzen. So wurde z.B. im vergangenen Jahr ein 101 Hektar großes Kirchen-Grundstück im Dorf Bardakci enteignet und der Friedhof im Ort Dargecit auf die Staatskasse überschrieben.
Wie Bischof Samuel Aktas vom Kloster Mar Gabriel betont, gehört der Tur Abdin zum gemeinsamen Erbe für die Christen und die gesamte Menschheit. Hier ist ein besonderer EU-Fokus angebracht, so die IGFM.
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