30.08.2002 12:30 Uhr

Türkei: Steinigung unmenschlich, grausam und erniedrigend

IGFM dankt türkischem Justizminister für klare Worte




Frankfurt/M. (30. August 2002) - Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) hat die Regierungen islamischer Staaten aufgefordert, sich der Forderung des türkischen Justizministers Celikel zur Verhinderung der Steinigung der Nigerianerin Amina Lawal anzuschließen und ein Übereinkommen über die Nichtanwendung der Steinigung zu vereinbaren. Die IGFM dankt dem türkischen Außenminister für seine klaren Worte.

Nachdem in Nigeria aktuell zwei weitere Personen zum Tode durch Steinigung verurteilt wurden, komme der Verdacht auf, dass seit 1999 mit der Einführung der Scharia in den nördlichen Bundesländern Nigerias die Steinigung nicht nur aus strafrechtlichen, sondern aus politischen Gründen verhängt würden, um internationale Aufmerksamkeit zu erlangen.

Eine Vollstreckung eines Steinigungsurteils werde nicht nur zu Unruhen zwischen Christen und Moslems in Nigeria führen, die letztendlich die Teilung des Staates nach sich ziehen könnte, so die IGFM, sondern es würden Ängste vor dem islamischen Strafrecht geschürt und der Dialog zwischen den Religionen weltweit empfindlich gestört. Die IGFM hat daher ihre Kampagne zur Ächtung der Steinigung ausgeweitet und die großen islamischen Organisationen in Deutschland zu einem Bekenntnis gegen die Steinigung und zum Einsatz für die zur Steinigung Verurteilten aufgefordert.






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