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IGFM fordert sofortige Aufklärung
 Schweigemarsch der "Damen in Weiss". Im Rollstuhl die 80jährige Gloria Amaya González, Mutter der inhaftierten Ariel und Guido Sigler Amaya. Bild: damasdeblanco.com
Frankfurt am Main / Havanna (25. Februar 2009) - Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, wurden am 19. Februar die Bürgerrechtlerinnen Maritza Castro und Ivonne Mayesa Galano, die der Gefangenenhilfsorganisation "Damen in Weiß" angehören, vorübergehend festgenommen. Die beiden Frauen hatten Noelia Pedraza, Frau des inhaftierten Dissidenten Ariel Siegler Amaya, begleitet, als diese erklärte, so lange vor dem Militärkrankenhaus zu warten, bis man ihr den Befund ihres Mannes mitteile.
Maritza Castro von den "Damen in Weiß" berichtete der IGFM, dass die Festnahme erfolgte, weil zahlreiche Frauen und Familienangehörige von politischen Gefangenen vor dem Carlos J. Finlay-Militärhospital in Havanna in der Nacht vom 18. Februar ihre Solidarität für den politischen Gefangenen Ariel Siegler Amaya bekunden wollten. Ariel Sigler Amaya (geb. 1964) ist - wie auch sein Bruder Guido - aktiver Teilnehmer der kubanischen Menschenrechtsbewegung "Opción Alternativa" (Alternative Option). Beide setzten sich für die Verbesserung der medizinischen Betreuung und Meinungsfreiheit auf Kuba ein. Während des kubanischen "Schwarzen Frühlings" wurden sie im März 2003 im Rahmen einer großangelegten Verhaftungswelle inhaftiert. Ariel erhielt 25 Jahre Haft, sein Bruder 20 Jahre Haft. Bis zu seiner Überführung auf die Gefangenenstation des Militärhospitals in Havanna vor fünf Monaten befand sich Ariel im Ariza-Gefängnis der Provinz Cienfuegos.
Maritza Castro berichtete, dass die Versammelten von Beamten der Staatssicherheit mit Gewalt vertrieben wurden, einige in einen Bus des Staatssicherheit gedrängt, in dem sie misshandelt, danach aber nach Hause gebracht wurden. Am 19. Februar wurden Maritza Castro und Ivone Mayesa Galano von der Sicherheitspolizei der Technischen Ermittlungsabteilung auf die Polizeiwache von El Cerro, einem Stadtteil Havannas, gebracht, wo sie einem dreistündigen Verhör der Staatssicherheit unterzogen wurden.
Jeden Sonntag marschieren die "Damen in Weiß" schweigend in der kubanischen Hauptstadt Havanna über die Avenida Cinco zur Kirche Santa Rita und führen dabei Bilder von ihren inhaftierten Angehörigen mit sich. Sie tragen dabei weiße Kleidung, die sowohl für Frieden als auch für die Unschuld der verhafteten Männer und Söhne steht. Die IGFM unterstützt die "Damen in Weiß" und ihren gewaltfreien Einsatz seit 2003. Im Oktober 2005 wurden die "Damen in Weiß" mit dem Sacharow-Preis des Europäischen Parlaments ausgezeichnet.
Terminhinweis: Die IGFM erwartet u.a. kubanische Bürgerrechtlerinnen auf ihrer Jahrestagung "Engagement für Menschenrechtsverteidiger", die am 14./15. März 2009 im Gustav Stresemann Institut in Bonn stattfindet
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