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Die chinesischen Behörden planen eine Säuberung tibetischer Klöster von Nonnen und Mönchen, die an den Protesten im März beteiligt waren
 Ein tibetisches Kloster im Bezirk Nangchen. Bild: kekexili.typepad.com
Sichuan/Kardze ? Nangchen ? Frankfurt am Main (4. August 2008) ? Wie jetzt bekannt wurde, plant die chinesische Regierung eine umfassende Säuberung tibetischer Klöster von Mönchen und Nonnen, die an den Tibet-weiten Protesten in diesem Jahr teilgenommen haben. Einem auf einer chinesischen Regierungsseite veröffentlichten Dokument zufolge sollen die Mönche und Nonnen "gründlichen Erziehungsmaßnahmen unterzogen und in Gewahrsam gehalten werden", erklärt die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM).
Die chinesischen Behörden haben am 18. Juli auf einer offiziellen Regierungswebseite ({$styles.content.links.wrap}http://www.tibet.cn) in tibetischer Sprache einen Maßnahmenkatalog veröffentlicht, demzufolge gegen Klöster, Mönche und Nonnen, die an den Demonstrationen ab Anfang März in Tibet teilgenommen hatten, vorgegangen werden soll.
Mönche sollen Schuldbekenntnisse ablegen und sich selbst anklagen
Das Dokument sieht für Mönche und Nonnen, die sich eines "mittelschweren Verbrechens" schuldig gemacht haben, "Umerziehungsmaßnahmen" sowie eine längere Haft vor, bis die Demonstranten sich zu ihrer "Schuld" bekannt und eine Selbstanklage vorgenommen haben. Mönche und Nonnen, die sich "schwerer Verbrechen" schuldig gemacht haben, sowie Drahtzieher der Proteste verlieren ihre religiösen Rechte und sollen "in Übereinstimmung mit dem Gesetz" schwer bestraft werden. Die IGFM kritisiert die Erpressung von Schuldbekenntnissen und Selbstanklagen als "weiterhin kultivierte Praktiken der KP Chinas aus der Zeit der Kulturrevolution". "Der mit der VR China geführte Rechtsstaatdialog hat es bisher nicht vermocht, diese Methoden zu überwinden", so die IGFM weiter.
China nimmt vier tibetische Demonstranten fest
Wie die IGFM jetzt erfahren hat, wurden am 26. Juli vier Tibeter im Bezirk Nangchen vom "Büro für öffentliche Sicherheit" festgenommen, da sie gegen ein Sommerfest anlässlich der Olympischen Spiele demonstrierten, das von den chinesischen Behörden geplant worden war.
Wie die IGFM weiter berichtet, hatten die Behörden des Bezirks Nangchen das Sommerfest vor etwa zwei Monaten angekündigt und jede Familie des Bezirks zur Teilnahme verpflichtet. Am 26. Juli, drei Tage vor Beginn des Sommerfestes, riefen vier Tibeter ? Asang Bersatsang (21 J.), Ngoesoe Konkyaptsang (35 J.), Jamsang und Gadho (Alter unbekannt) ? auf dem Festgelände vor einer Reihe lokaler Regierungsbeamten Parolen, in denen sie ihren Unwillen über die Pflichtveranstaltung kund taten. Sie wiesen darauf hin, dass vielen Tibetern "unsägliches Leid" durch die chinesische Regierung zugefügt worden sei und deshalb keine Zeit zum Feiern, sondern zum Trauern sei. Außerdem forderten sie Freiheit für Tibet und die Rückkehr des Dalai Lama.
Die vier Tibeter wurden am selben Abend von den chinesischen Behörden im Haftzentrum des Bezirks eingesperrt. Die Einwohner der Gemeinde richteten darauf hin einen Appell an die Bezirksverwaltung, in dem sie die sofortige Freilassung der Demonstranten forderten.
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