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Weitere Demütigungen der Opfer des "Schwarzen Frühlings 2003"
 Der kubanische Journalist Juan Adolfo Fernández Sainz (60 J.) wurde 2003 verhaftet und zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt. Bild: payolibre.com
Ciego de Avila ? Frankfurt am Main (24. September 2008) ? Wie der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) jetzt bekannt wurde, traten drei Gewissensgefangene im Gefängnis Canaleta von Ciego de Avila am 19. September in einen fünftägigen Hungerstreik. Sie protestierten gegen die demütigende Behandlung durch die Gefängniswärter. Zuvor hatte ein neuer "Umerzieher" im Gefängnis die Weitergabe persönlicher Briefe, Fotos und christlicher Literatur an einen der politischen Gefangenen verweigert.
Am 16. September hatte Julia Núñez, die Ehefrau des inhaftierten Journalisten Adolfo Fernández Sainz, nach Besuch ihres Mannes einem Aufseher Briefe, Fotos und christliche Schriften mit der Bitte übergeben, sie ihrem Mann auszuhändigen. Als Frau Núñez sich später telefonisch versichern wollte, ob ihr Mann die Dinge erhalten habe, erklärte er ihr, dass er nichts bekommen habe.
Die politischen Gefangenen Adolfo Fernández Sainz (geb. 1948), Pedro Argüelles Morán (geb. 1948) und Antonio Dias Sánchez (geb. 1962) traten daraufhin am Freitag, den 19. September, in Hungerstreik, um gegen das Zurückhalten der persönlichen Dokumente zu protestieren. Wie die IGFM erfahren hat, wurde im Gefängnis Canaleta ein neuer "Umerzieher" eingestellt. Die Aufgabe der sogenannten "Umerzieher" ist es, Häftlinge im Sinne des Castro-Regimes zu indoktrinieren. Der neue Aufseher habe mit dem Zurückhalten des Materials seine Stellung im Gefängnis festigen wollen, vermutet die IGFM.
Am 23. September beendeten die politischen Häftlinge ihren Hungerstreik, nachdem der Aufseher die zurückgehaltenen Briefe an Fernández Sainz weitergegeben hatte. Die religiösen Schriften wurden jedoch einbehalten, da sie Angaben des Aufsehers zufolge verboten seien. Sowohl Fernández Sainz als auch seine Mitstreiter haben in ihrem Kampf für mehr Menschenrechte stets nur friedliche Mittel des Protestes eingesetzt. Ausgerechnet ihnen wird jetzt die geistliche Literatur verweigert. Die IGFM erinnert, dass nach dem Sturm auf die Moncada im Jahre 1953 Fidel Castro und seine Gefolgsleute im Gefängnis (auf der Pinieninsel ? heutige Insel der Jugend) alle Arten von Büchern lesen durften. Der spätere Führer der kubanischen Revolution hatte sogar während seiner Gefangenschaft sein Manifest "Die Geschichte wird mich freisprechen" geschrieben.
Schwere Gesundheitsschäden durch miserable Haftbedingungen
Die drei Hungerstreikenden wurden im März 2003 zusammen mit 72 weiteren Regimekritikern verhaftet und zu Haftstrafen von 15 bis zu 20 Jahren verurteilt. Als Folge der miserablen Bedingungen im Gefängnis von Ciego de Avila leiden sie an schweren gesundheitlichen Schäden.
IGFM Vorstandssprecher Martin Lessenthin erklärte dazu: "Adolfo Fernández Sainz ist 60 Jahre alt und krank. Er ist immer gewaltlos für demokratische Ideale eingetreten. Sein einziges Vergehen war, sich zu weigern, für das kubanische Regime zu arbeiten. Aus diesem Grund trifft ihn der Zorn der Familie Castro besonders hart. Er leidet an hohem Blutdruck, Prostataproblemen und chronischer Lungenentzündung. Er hat genug gelitten."
Appellieren Sie an den kubanischen Botschafter in Berlin und verlangen Sie die Freilassung von Adolfo Fernández Sainz:
S.E. Herrn Gerardo Peñalver Portal Botschafter von Kuba in Deutschland Stavangerstraße 20 10439 Berlin
Man kann den Botschafter unter folgender Telefonnummer (030) 916 118 13 anrufen, denn er spricht deutsch.
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