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IGFM: Vorreiter für Menschenrechte im Zentrum national-sozialistischer Macht und "Gerechter unter den Völkern"
 Dompropst Bernhard Lichtenberg: Vorreiter für Menschenrechte im Zentrum der NS-Macht und "Gerechter unter den Völkern"
Frankfurt/M. (4. November 2008) - Aus Anlass des 65. Todestags des 1996 von Papst Johannes Paul II seliggesprochenen Berliner Dompropstes Bernhard Lichtenberg am 5. November und des bevorstehenden 70. Jahrestages der Pogromnacht am 9. November erinnert die IGFM an den mutigen NS-Märtyrerpriester und christlichen Gewissensmärtyrer.
Als vor 70 Jahren am 9. November in Deutschland die Synagogen brannten, jüdische Wohnungen und Geschäfte zerstört, Juden verschleppt und ermordet wurden, nahm er sie in sein öffentliches Abendgebet auf: "Lasset uns beten für alle verfolgten nicht arischen Christen und für die Juden! - Draußen brennt der Tempel - das ist auch ein Gotteshaus!"
Die hautnah erlebte Pogromnacht November 1938 war für den Berliner Dompropst Bernhard Lichtenberg Anlass, systematisch in den täglichen Abendandachten in der Berliner Hedwig-Kathedrale für die bedrängten Juden zu beten und nach Eintritt der Deportationen seine Bereitschaft anzubieten, sie als Seelsorger in die Konzentrationslager zu begleiten. Bereits im Frühjahr 1933 hatte Lichtenberg an den damaligen Vorsitzenden der katholischen Bischofskonferenz, Kardinal Bertram, vergeblich appelliert, wegen des bevorstehenden Boykotts jüdischer Geschäfte zu intervenieren.
Als Kämpfer gegen den aufkommenden Militarismus bereits in den frühen 30er Jahren von der Goebbels-Presse verleumdet, setzte sich Lichtenberg 1935 persönlich beim Preußischen Staatministerium gegen Menschenrechtsverletzungen an politischen Gegnern und Juden im norddeutschen Konzentrationslager Esterwegen ein und richtete 1941 ein Protestschreiben an Reichs-Ärzteführer Dr. Conti gegen die "Euthanasie"-Morde.
Bernhard Lichtenberg starb nach zweijähriger schikanöser Haft in Berlin am 5. November 1943 auf dem Transport ins KZ Dachau in Hof. Die israelische Gedenkstätte Yad Vashem ehrte Lichtenberg 2004 mit dem Titel "Gerechter unter den Völkern". Papst Johannes Paul II sprach Lichtenberg 1996 im Berliner Olympiastadion selig. Aus Anlass des 65. Todestages des Berliner Dompropstes und NS-Märtyrerpriesters Bernhard Lichtenberg am 5. November und des bevorstehenden 70. Jahrestages der Pogromnacht am 9. November erinnert die IGFM an Lichtenbergs damalige Vorreiterfunktion im Menschenrechts- und Friedenseinsatz im Zentrum nationalsozialistischer Macht.
Ehrung für das "Deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts"
Die der IGFM nahe stehende Stephanus-Stiftung verleiht aus gleichem Anlass am 22. November 2008 in der theologischen Hochschule St. Georgen in Frankfurt/M. einen Sonderpreis an das federführend von Prälat Prof. Helmut Moll verfasste "Deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts" und erinnert damit an Bernhard Lichtenberg sowie die christlichen Gewissensgefangenen und Märtyrer von heute.
Stephanus-Stiftung für Verfolgte Christen:
Feierliche Verleihung des Stephanus-Preises an das "Deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts"
Ort: Samstag, den 22. November 2008 in der Theologischen Hochschule St. Georgen Offenbacher Landstraße 224 60599 Frankfurt am Main
Programm:
11:00 - 11:45 h Dompropst Bernhard Lichtenberg - Ein Lebensbild von Prälat Dr. Ewald Nacke, Apostolische Nuntiatur Berlin
11:45 - 12:30 h - Laudatio des Stifters Dr. Wolfgang Link auf das "Deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts" von Prälat Prof. Dr. Helmut Moll und seine Mitarbeiter - Übergabe der Urkunde - Entgegnung / Dank Prälat Prof. Dr. Moll - Statement für die Presse
12:30 - 13:15 h - Mittagspause
13:15 - 13:45 h Christliche Märtyrer und Verfolgte heute - Ein Auftrag für uns alle Karl Hafen, Geschäftsf. Vorsitzender der Intern. Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)
13:45 - 14:00 h "Er widerstand ? Bernhard Lichtenberg". Ausschnitt aus dem Film von Erich Kock
14:00 - 14:30 h Andacht in Gedenken an das öffentlich veranstaltete Abendgebet von Dompropst Lichtenberg mit Fürbitten für Verfolgte
Der musikalische Rahmen wird gestaltet von Wilfried Puhl-Schmidt.
Pressevertreter können Interviews für die Zeit der Mittagspause vereinbaren. Änderungen vorbehalten.
Der Eintritt ist frei.
Anmeldung wegen des begrenzten Platzangebots erwünscht unter Tel.: 069 ? 420 108-0 oder e-mail: religion@igfm.de
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