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Weitere Dissidenten im Hungerstreik ? Staatssicherheit geht mit Gewalt gegen "Damen in Weiß" vor
 Dr. Guillermo Fariñas, unabhängiger Journalist, Menschenrechtsverteidiger und Psychologe, befindet sich seit dem 25. Februar 2010 im Hungerstreik.
Santa Clara - Frankfurt am Main (1. April 2010) ? Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) ist in großer Sorge um das Leben eines der bekanntesten Journalisten Kubas. Dr. Guillermo Fariñas, unabhängiger Journalist, Menschenrechtsverteidiger und Psychologe, befindet sich seit dem 25. Februar im Hungerstreik, mit dem er die Freilassung von 26 schwerkranken politischen Gefangenen einfordert. Sein Gesundheitszustand verschlechtert sich zusehends. Mit dem Gründer der kubanischen IGFM-Gruppe, Dr. Darsi Ferrer, und Franklin Pelegrino del Toro befinden sich zwei weitere politische Gefangene auf Kuba im Hungerstreik.
Seitdem der Gewissensgefangene Orlando Zapata Tamayo von der "Gruppe der 75" am 23. Februar 2010 nach einem 83 Tage währenden Hungerstreik verstarb, treten immer mehr kubanische Dissidenten in den Hungerstreik. Einer von ihnen, Dr. Guillermo Fariñas, wurde nach einem Zusammenbruch am 11. März ins Provinzkrankenhaus von Santa Clara eingeliefert, wo er seitdem künstlich ernährt wird. Die IGFM berichtet, dass der stark abgemagerte Dissident seit Anfang dieser Woche unter einer Infektion leidet und mit Antibiotika behandelt wird.
Ein spanischer Diplomat bot ihm zum zweiten Mal an, nach Spanien ausgeflogen zu werden, was Fariñas erneut ablehnte. Gegenüber der IGFM bekräftigte er seine Haltung, den Hungerstreik bis zur letzten Konsequenz durchzuführen. Die IGFM befürchtet, dass Fariñas seinen eigenen Tod in Kauf nimmt, und fordert die kubanische Regierung auf, alle politischen Gefangenen freizulassen, um dies zu verhindern.
Weitere Dissidenten im Hungerstreik - UNO und OAS kritisieren Castro-Regime
Anfang März trat Franklin Pelegrino del Toro, ein Anhänger der kubanischen Demokratiebewegung, in den Hungerstreik, um Fariñas zu unterstützen. Seit dem 20. März befindet sich der politische Gefangene und Gründer der kubanischen IGFM-Gruppe, Dr. Darsi Ferrer, im Hungerstreik. Seine Forderungen: Gerechtes Verfahren und medizinische Versorgung. Der 40jährige Armen-Arzt befindet sich bereits seit acht Monaten ohne gerichtliches Verfahren in Havanna im Hochsicherheitsgefängnis "Valle Grande" in Haft. Die Staatsmacht begründete seine Verhaftung im Juli 2009 damit, dass er angeblich auf dem Schwarzmarkt illegal Baumaterial erworben habe, um sein Haus instand zu setzen. Kurz zuvor war sein Heim von Polizisten verwüstetet worden.
Die internationale Kritik an der kubanischen Regierung unterdessen wächst. Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-Moon, bat Kuba im Blick auf den sich verschlechternden Gesundheitszustand Fariñas, die Menschenrechte des kubanischen Volkes zu achten. Als 'persönliches Anliegen' bezeichnet es José Miguel Insulza, Generalsekretär der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), und bittet die kranken Gefangenen zu entlassen, um eine humanitäre Lösung zu finden.
Misshandlung und Verweigerung medizinischer Versorgung
Juana Gómez Riego, eine der "Damen in Weiß" (Vereinigung der weiblichen Angehörigen politischer Gefangener auf Kuba), wurde von Agenten der Staatssicherheit während einer Demonstration anlässlich des 7tägigen Gedenkens des kubanischen "Schwarzen Frühlings" von 2003 brutal misshandelt. Ihr wurden sämtliche Rippen gebrochen, infolge der Schläge erlitt sie Verletzungen an der Leber und eine Reihe von Prellungen am Arm. Medizinische Behandlung wurde der schwer verletzten gebrechlichen Frau auf Geheiß der Polizei verweigert.
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