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Jetzt auch Ehefrau und Schwager des Anwalts in Haft
 Mohammad Mostafaei, iranischer Menschenrechtsverteidiger, wird seit dem 24.07.2010 vermisst. Bild: stopchildexecutions.com
Frankfurt am Main (27. Juli 2010) - Seit dem 24. Juli 2010 ist der renommierte iranische Menschenrechtsverteidiger Mohammad Mostafaei verschwunden. Darauf wies heute in Frankfurt die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) hin. Seine Ehefrau Fereshteh Halimi und ihr Bruder Farhad Halimi befinden sich in Haft. Über den Aufenthaltsort des Rechtsanwalts Mostafaei dagegen ist nichts bekannt, so die IGFM. Ungewiss bisher ist, ob er ebenfalls verhaftet wurde oder einer Verhaftung entgehen konnte.
Am 21. Juli wurde Rechtsanwalt Mohammad Mostafaei in die Gerichtsabteilung des Evin-Gefängnisses einbestellt. Danach suchte er am Morgen des 24. Juli das dortige Büro der Staatsanwaltschaft auf, wo er laut IGFM vier Stunden lang verhört wurde. Später berichtete Mostafaei auf seiner Internetseite, dass er zu seiner anwaltlichen Hilfe für zum Tode verurteilte jugendliche Straftäter und zu einem Bankkonto, auf dem er das sogenannte "Blutgeld" für die Familien von Opfern verwahrt, befragt wurde. Nach dem Verhör konnte Mostafaei das Gefängnis wieder verlassen. Am späteren Nachmittag trafen in seinem Büro Sicherheitskräfte mit einem Haftbefehl für Mostafaei ein, trafen ihn allerdings nicht an. Am selben Tag wurden gegen 23 Uhr seine Ehefrau Fereshteh Halimi und ihr Bruder Farhad Halimi in der Nähe seines Büros verhaftet.
Mostafaei wurde erstmals am 25. Juni 2009 festgenommen. Wie die IGFM berichtet, stand damals seine Verhaftung im Zusammenhang mit seiner Arbeit als Menschenrechtsaktivist. Er hatte sich für die friedliche Wahrnehmung der Rechte auf freie Meinungsäußerung und Vereinigungsfreiheit nach der umstrittenen Wiederwahl von Präsident Ahmadinedschad eingesetzt.
Mohammad Mostafaei ist als Anwalt für Menschenrechte in Teheran tätig. Er ist bekannt für seinen Einsatz gegen die Hinrichtung von zur Tatzeit minderjährigen Straftätern. In den letzten Jahren hatte er 40 Mandate von solchen Todeskandidaten übernommen, von denen er 18 vor dem Tod durch Erhängen bewahren konnte.
Eine seiner jetzigen Mandantinnen ist Sakineh Mohammadi Aschtiani, der vorgeworfen wird, ihren Ehemann betrogen zu haben, und deshalb gesteinigt werden soll. Mostafaei konnte erreichen, dass die Steinigung am 11. Juli ausgesetzt wurde.
Dieser Fall hat international großes Aufsehen erregt. Nach Einschätzung der IGFM ist Rechtsanwalt Mohammad Mostafaei dem Wächterrat und der iranischen Regierung ein Dorn im Auge, weil er sich streng an das geltende Recht hält und mehrfach Rechtsverstöße des herrschenden Systems aufgedeckt hat.
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